Der 21. August gilt dieses Jahr als der Tag, da die Menschheit die ökologischen Ressourcen des Jahres verbraucht hat.

Ab morgen leben wir auf Pump

Jedes Jahr liegt der Stichtag etwas früher: Bevölkerungswachstum und Industrialisierung führen dazu, dass wir unseren Planeten immer stärker übernutzen. Wir verbrauchen mehr an natürlichen Ressourcen, als die Erde nachbilden kann. Den Rest des Jahres geht es dann an die Reserven, die irgendwann erschöpft sein werden. Vom Prinzip her ist es so wie mit dem Geld: Man sollte nur so viel ausgeben, wie man verdient. Gibt man mehr aus, muss man ans Sparkonto - und das

Jedes Jahr liegt der Stichtag etwas früher: Bevölkerungswachstum und Industrialisierung führen dazu, dass wir unseren Planeten immer stärker übernutzen. Wir verbrauchen mehr an natürlichen Ressourcen, als die Erde nachbilden kann. Den Rest des Jahres geht es dann an die Reserven, die irgendwann erschöpft sein werden.

Vom Prinzip her ist es so wie mit dem Geld: Man sollte nur so viel ausgeben, wie man verdient. Gibt man mehr aus, muss man ans Sparkonto - und das ist irgendwann leer, wenn man sich nicht diszipliniert. In Sachen Ressourcenverbrauch sind wir alle - vor allem in den Industrieländern - sehr undiszipliniert. Letztes Jahr war der Stichtag, auch "Weltschöpfungstag" genannt, noch am 25. September. Dieses Jahr liegt er mit dem 21. August also mehr als einen Monat früher. "Bis Ende des Jahres werden wir voraussichtlich 150 Prozent unserer Ressourcen verbraucht haben", sagt Christoph Heinrich, Geschäftsleitzer Naturschutz beim WWF Deutschland. "Die Erde würde eineinhalb Jahre brauchen, um sich von diesem Raubbau zu erholen."

Berechnet wird der Weltschöpfungstag vom Global Footprint Network, an dem auch der WWF beteiligt ist. Er ist Ausdruck des sogenannten Ökologischen Fußabdrucks, der zeigt, wie viel produktive Fläche benötigt wird, um alle Ressourcenbedürfnisse inklusive der Energieversorgung und Müllentsorgung der Menschheit zu gewährleisten. Auch die CO2-Emissionen werden dabei einbezogen. Sie machen den größten und am schnellsten wachsenden Teil des ökologischen Fußabdrucks aus. Allein der CO2-Fußabdruck der Menschheit hat sich seit 1970 mehr als verdoppelt. Bereits seit 30 Jahren können sich die natürlichen Ressourcen der Erde nicht mehr so schnell erneuern, wie die Menschheit sie verbraucht.

"Klimawandel, Artensterben, Wassermangel sowie der Kollaps der Fischbestände sind klare Anzeichen dafür, dass der Planet unter der menschlichen Übernutzung leidet. Die Folgen sind heute schon sichtbar. Wir können nicht nur auf Kredit konsumieren, irgendwann müssen wir auch unsere Schulden bei der Natur zurück zahlen", so Christoph Heinrich. Regierungen, Unternehmen und Konsumenten hätten bereits heute Mittel in der Hand, um nachhaltiger zu leben, sei es durch Energieeffizienz, den Einsatz Erneuerbarer Energien, bewussteren Fleischkonsum oder umweltfreundliche Mobilität.

Bild: Fotolia
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