Afrikanische Farmer sind nicht gut zu sprechen auf Elefanten, nun hilft die Honigbiene zu "vermitteln"

Bienen als Grenzwächter

Immer wieder kommt es vor, dass Elefanten auf der Futtersuche Felder verwüsten und in Dörfer einfallen. Aufgrund des steten Bevölkerungswachstums in fast allen afrikanischen Ländern und der daraus resultierenden zunehmenden Landnahme verschärft sich der Konflikt zwischen Elefanten und Menschen. Eine britische Forscherin hat nun ein neues Konzept entwickelt, das allen zum Vorteil dienen soll.

Immer wieder kommt es vor, dass Elefanten auf der Futtersuche Felder verwüsten und in Dörfer einfallen. Aufgrund des steten Bevölkerungswachstums in fast allen afrikanischen Ländern und der daraus resultierenden zunehmenden Landnahme verschärft sich der Konflikt zwischen Elefanten und Menschen. Eine britische Forscherin hat nun ein neues Konzept entwickelt, das allen zum Vorteil dienen soll.

Doktor Lucy E. King aus Großbritannien hat fünf Jahre in Kenia für ihre Promotion geforscht - und eine natürliche Geheimwaffe entwickelt. Normale Zäune stellen für Elefanten kein Hindernis dar. King hat an diesen jedoch Bienenstöcke befestigt, was sich als äußerst effektiv erwiesen hat. Elefanten fürchten sich vor Bienen, da diese sie im Rüssel stechen können. Hören sie das Summen der Bienen, ergreifen 90 Prozent der Elefanten die Flucht und warnen auch ihre Artgenossen. Sobald die Dickhäuter also an einem der "Bienenzäune" rütteln, schrecken sie die Insekten auf und werden von ihnen vertrieben.

Nach einem zweijährigen Pilotprojekt auf 34 kenianischen Farmen wurde das Projekt der jungen Doktorandin auf drei Provinzen ausgeweitet. Ein weiterer positiver Effekt der Bienenstöcke ist das zusätzliche Einkommen der Farmer oder Dorfgemeinschaften aus dem Verkauf von Honig. Darüber hinaus leisten die Bienen wichtige Arbeit bei der Bestäubung von Pflanzen und benötigen wenig Platz.

Für ihre Forschung wurde Lucy King deswegen nun mit einem Preis des Umweltschutzprogrammes der Vereinten Nationen (UNEP) und der Convention on Migratory Species (CMS) ausgezeichnet. Maruma Mrema, die Generalsekretärin der CMS lobte in ihrer Begründung für die Vergabe des Preises an Frau King, dass es ihr mit einer intelligenten Lösung gelungen sei, die Bedürfnisse der Zugtiere, den Artenschutz und die wirtschaftlichen Bedürfnisse der lokalen Bevölkerung miteinander zu verbinden. Achim Steiner, der Exekutivdirektor des UNEP ergänzte, dass Kings Forschungen verdeutlichen, wie die Arbeit mit der Natur anstatt gegen sie die Menschheit mit nachhaltigen Lösungen für zahlreiche Probleme versorgen könne.

King plant nun zusammen mit der Stiftung Save the Elephants das in Kenia gestartete Projekt auch auf andere afrikanische Länder auszuweiten. Besonders im südlichen Afrika, in dem die größten Elefantenpopulationen leben, sieht sie großen Bedarf. Auch in Teilen Asiens könnten ihre "Bienenzäune" sich als nützlich erweisen.

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