Tag des Wolfes

Comeback des Wolfes in Gefahr?

Erfreuliche Bilanz für den Wolf - bisher jedenfalls! Eine Prüfung der Naturschutzgesetze durch die Europäische Kommission könnte den Schutzstatus des Wolfes nun in Gefahr bringen. Zum heutigen Tag des Wolfes ruft der NABU deshalb auf, sich für das Symbol-Tier einzusetzen.

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Wolf auf dem Truppenübungsplatz Munster Nord in der Lüneburger Heide. (Foto: Jürgen Borris)

Seit 15 Jahren heulen sie wieder in Deutschland: Rund 150 Jahre nach der Ausrottung haben erneut 30 Wolfsfamilien bei uns ein Revier bezogen. Ein hart erkämpfter Erfolg: Wolfsfreunde mussten viel Überzeugungsarbeit leisten, um gesellschaftliche Akzeptanz für das Raubtier zu schaffen und nicht zuletzt das unsinnige Märchen-Bild vom bösen Wolf aus den Köpfen der Menschen zu vertreiben.

Die wichtigste Grundlage für die Rückkehr des Wolfes waren jedoch EU-Gesetze: "Für den Wolf und zahlreiche andere Arten sind die verbindlichen Naturschutzgesetze der EU überlebensnotwendig. Nur dank ihnen genießt der Wolf in Deutschland höchsten Schutzstatus und darf weder gejagt noch gefangen werden", sagt Olaf Tschimpke, Präsident des Naturschutzbunds Deutschland (NABU).

EU-Gesetze auf dem Prüfstand

Doch offenbar ist nun fraglich, ob das so bleibt: "Wenn unsere schlimmsten Befürchtungen wahr werden, könnte der Wolf in naher Zukunft seinen Schutzstatus verlieren und möglicherweise wieder zum Abschuss freigegeben werden", warnt Tschimpke. Die Europäische Kommission möchte die EU-Naturschutzgesetze ändern und unterzieht sie derzeit deshalb einem sogenannten "Fitness-Check". Dem NABU zufolge zeichnen sich dabei bedrohliche Tendenzen ab: Als Folge könnten Naturschutzrichtlinie erheblich eingeschränkt werden. Nicht nur dem Wolf könnte es dadurch an den Kragen gehen - die Jagd auf Zugvögel stünde ebenso zur Debatte sowie der Schutz von Fledermäusen, Bibern und Buchenwäldern.

Der Bürger ist gefragt

Von Mai bis Juli befragt die EU-Kommission nun zwölf Wochen lang in einem "Stimmungstest" die europäische Öffentlichkeit zu einer möglichen "Modernisierung" der EU-Gesetze für den Natur- und Artenschutz. Mit seiner Aktion "Naturschätze retten" ruft der NABU nun dazu auf, sich an dieser EU-Konsultation zu beteiligen. Unter www.NABU.de/wolf-check gibt es dazu Hilfestellungen und Hinweise. Außerdem macht der Naturschutzverband mit einem 40-sekündigen Animationsfilm auf die aktuelle Bedrohung aus Brüssel aufmerksam. Hierin lässt er den Wolf sinnbildlich einen "Fitness-Check" durchlaufen.

Wolfsmanagement und Information weiter wichtig

Zum heutigen Tag des Wolfes betont der NABU allerdings auch die nach wie vor große Bedeutung des Wolfsmanagements in Deutschland. Kritisch dabei: In der letzten Zeit gab es gehäuft problematische Meldungen zum Thema Wolf. Dass sie Nutztiere reißen, Hunde bedrohen und durch zunehmenden Verlust ihrer Scheu zur Bedrohung für den Menschen werden könnten, steht dabei im Vordergrund. Für Panikmache und Hysterie gebe es allerdings keinen Anlass, denn die auftretenden Konflikte seien lösbar, betonen Experten.

"Jede neue Wolfsregion muss sich auf ihren Nachbarn einstellen. Der NABU nimmt die berechtigten Sorgen der Menschen in den Wolfsgebieten sehr ernst. Er informiert vor Ort und führt mit allen Betroffenen Gespräche", so NABU-Wolfsexperte Moritz Klose. Zur Rückkehr des Wolfes hat der NABU die 66 wichtigsten Fragen gesammelt und auf www.NABU.de/wolf beantwortet.

Quelle: Mitteilung des Naturschutzbunds Deutschland

Ein Leserkommentar zu diesem Artikel:
von Till Wollheim / 01. Mai 2017 / 01.12 Uhr

Der Mensch ist des Menschen Wolf!

Gravatar ThumbnailDer Mensch ist zuvörderst und hauptsächlich von seinesgleichen bedroht! Als das sind: perverse CEOs der Autoindustrie die wieder stark vermehr laute und völlig übermotorisierte Vehikel einer Minderheit von kranken Mitmenschen zur Verfügung stellen, damit diese jeden Tag 10 Menschen auf unseren Straßen tot fahren können. Da sollte man mal ansetzen - anstatt seine Aggressionen gegen den wehrlosen Wolf auszulassen! Sollte tatsächlich mal ein Wolf einen Menschen töten, so ist das wesentlich weniger tragisch, als von seinesgleichen überfahren, erschossen oder erstochen zu werden!

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