Klimakonferenz 2016

Gefährdete CO2-Speicher: Neue Initiativen zum Waldschutz

Wälder sind eins der günstigsten Gegenmittel gegen den Klimawandel. Mit neuen Ideen wollen die Vereinten Nationen und ihre Partner sie besser schützen. Aktuelles von der Klimakonferenz in Marrakesch.

Wald

Kaum ist besser fürs Klima als große Waldlandschaften. Foto: fotolia/lentokuva

Wäldern kommt im Klimaschutz eine tragende Rolle zu. Denn sie können etwas, das die Menschen zwar nachzuahmen versuchen, aber von dem sie die Technik noch nicht gemeistert haben: der Atmosphäre CO2 entziehen.  Unter Wissenschaftlern werden Wälder daher auch ganz unromantisch als „CO2-Senken“ tituliert. Auf der Klimakonferenz in Marrakesch hatten die Wälder einen eigenen Thementag, den Forest Action Day.

Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) bezeichnet Wälder als eine der kostengünstigsten Antworten auf den Klimawandel. Um die Erderwärmung auf weit unter zwei Grad Celsius zu begrenzen, wie auf der Klimakonferenz in Paris im vergangenen Jahr beschlossen, sei es dringend notwendig, die Entwaldung zu stoppen und die Aufforstung voranzubringen, so die FAO.

Der Waldbestand nimmt ab

Das ist keine neue Erkenntnis. 2014 verkündeten mit der „New York Declaration on Forests“ schon zahlreiche Akteure, die Entwaldung bis 2020 halbieren und bis 2030 ganz beenden zu wollen. Nur gibt es noch immer Regionen, in denen der Waldbestand stark abnimmt.

Der „Living Forests Report“ des WWF kam vergangenes Jahr zu der Erkenntnis, dass sich rund 80 Prozent der Abholzung in nur elf Regionen abspielen. Wird dort nichts unternommen, gehen in diesen elf sogenannten Entwaldungsfronten bis 2030 bis zu 170 Millionen Hektar Wald verloren – eine Fläche so groß wie Deutschland, Frankreich, Spanien und Portugal zusammen, so das Ergebnis der Studie. Diese Fronten befinden sich unter anderem auf Borneo und Sumatra, in Ostafrika, dem Kongobecken und dem Amazonas.

Google soll helfen

Auf der Klimakonferenz in Marrakesch wurde nun eine ganze Reihe von Initiativen vorgestellt, um die Wälder zu schützen. Die indonesische Regierung etwa kündigte einen Umwandlungsstopp von sehr CO2-reichen, intakten Torfmoorwäldern an. Und innerhalb einer Partnerschaft von FAO und Google wurde „Collect Earth“ entwickelt. Das Programm soll Ländern ermöglichen, über Satellitenbilder einen besseren Überblick über die Bodennutzung zu bekommen – und so zum Beispiel auch Emissionen durch Entwaldung genauer berechnen zu können.

Diese und andere Initiativen zum Waldschutz sind ein Schritt in die richtige Richtung. Doch um das Potenzial der Wälder für den Klimaschutz auszuschöpfen, wird es mehr brauchen – zunächst einmal, den Ankündigungen auch die entsprechenden Taten folgen zu lassen.

Lea SibbelLea Sibbel arbeitet für den WWF Deutschland bloggt für uns live von der Klimakonferenz in Marrakesch.

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