Klimafaktor Fleischkonsum

Klimabewusst Essen: Eier und Hühnchen statt Rindfleisch

Klimasünden auf dem Teller: Fleischkonsum verursacht Treibhausgasemissionen - doch das bedeutet nicht, dass Klimaschützer zwangsläufig Veganer werden müssen, belegen Forschungsergebnisse. Schon Hühnerfleisch und Eier statt Rindfleisch und Milchprodukte sorgen demnach für eine erheblich bessere Klimabilanz.

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Goldene Eier für den Klimaschutz?

Bereits seit einiger Zeit ist klar: Die Rinderzucht ist ein besonders kritischer Faktor beim Klimawandel. Riesige Flächen und viel kohlenstoffhaltiges Pflanzenmaterial sind für die Fleischproduktion nötig – das schlägt sich in der Kohlendioxid-Bilanz übel nieder. Zudem rülpsen die Wiederkäuer auch noch große Mengen von besonders klimaschädlichem Methangas in die Atmosphäre. "Rinderzucht ist bereits für 15 Prozent der menschlichen Treibhausgasemissionen verantwortlich", sagt David Bryngelsson von der schwedischen Chalmers University of Technology.

Bedenkliche Tendenzen beim Rindfleischkonsum

Im Rahmen seiner Doktorarbeit hat er nun die Effekte von Ernährung und Landnutzung auf den Klimawandel untersucht. Ihm zufolge zeichnet sich weiterhin ein bedrohlicher Trend ab: In den letzten 20 Jahren haben die Europäer ihren Pro-Kopf-Verbrauch von Rindfleisch um über 50 Prozent gesteigert. Diese bedenkliche Tendenz ist weltweit zu verzeichnen: Mehr und mehr Menschen essen eine zunehmende Menge an Rindfleisch. „Dieses Konsumverhalten in den reichen Ländern läuft den Klimazielen extrem zuwider", betont Bryngelsson.

Im Rahmen seiner Untersuchungen hat er Prognosen angestellt, wie sich Veränderungen der Ernährungsgewohnheiten auf die Treibhausgasemissionen auswirken würden. Seinen Ergebnissen zufolge ist die Ernährung ganz ohne Fleisch und tierische Produkte zwar die klimaschonendste, doch wir könnten auch weiterhin tierisches Eiweiß essen und dennoch einen Beitrag für das Klima leisten. Geflügelfleisch und Eier bieten diese Möglichkeit, berichtet Bryngelsson: Beim Vergleich der Treibhausgasemissionen im Zusammenhang mit der Produktion tierischer Nahrungsmittel schneidet die Hühnerhaltung besonders günstig ab. "Selbst Menschen, die sich extrem eiweißreich ernähren, erreichen mit Geflügelprodukten als Basis einen größeren Beitrag für die Umwelt als Vegetarier, die ein hohes Maß an Milchprodukten konsumieren", erklärt der Forscher.

Ei, Brust und Keule für das Klima

Bryngelsson räumt ein, dass die Bedingungen unter denen Hühner heute gehalten werden, oft aus ethischer Sicht sehr fragwürdig sind. Doch es gibt ihm zufolge sehr wohl Verbesserungsmöglichkeiten in der Hühnerhaltung, die nicht auf Kosten der Klimafreundlichkeit gehen müssen. Sein Fazit lautet deshalb: "Änderungen in unserem Verbraucherverhalten sind der effektivste Weg, um die Auswirkungen der Nahrungsmittelerzeugung auf das Klima zu verringern. So lassen sich Klimaziele auch deutlich kostengünstiger erreichen als durch Maßnahmen beim Energieverbrauch und Transportwesen", sagt Bryngelsson.


Quelle: Mitteilung der Chalmers University

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