Welt-Ranger-Tag

Ranger: Riskanter Job

Der Einsatz für Umweltschutz und bedrohte Arten wird immer gefährlicher. Allein in den vergangenen zwölf Monaten haben 82 Ranger beim Einsatz für die Natur ihr Leben verloren.

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Der Einsatz für Umweltschutz und bedrohte Arten wird immer gefährlicher. Allein in den vergangenen zwölf Monaten haben 82 Ranger beim Einsatz für die Natur ihr Leben verloren. Mindestens 60 davon kamen gewaltsam ums Leben. Unfälle, wie durch Feuer oder Tierattacken, waren dagegen die Ausnahme.

Vor allem in Afrika herrscht derzeit ein blutiger Krieg um wertvolle, aber geschützte Naturressourcen, wie etwa Elfenbein, Nashorn oder seltene Tropenhölzer. Zur Ausrüstung der Wilderer zählen neben Fallen meist auch halb- oder vollautomatische Schusswaffen.

„Die Todeszahlen bei Rangern sind innerhalb eines Jahres um ein Drittel nach oben geschnellt. Naturschutzkriminalität ist längst kein Wirtschaftsdelikt mehr. Wilderei muss international endlich als schwere Straftat geahndet und bekämpft werden", forder die Umweltstiftung WWF. Auf dem Spiel stünden nicht nur das Überleben bedrohter Arten, sondern auch das Leben jener, die die Natur und damit wiederum die Lebensgrundlage vieler Millionen Menschen zu schützen versuchten.

ranger-artikel2.jpgSo spielten sich in Südafrikas Krüger Nationalpark inzwischen „kriegsähnliche Szenen" ab. Allein in den ersten sechs Monaten diesen Jahres wurden in Südafrika bereits 461 Nashörner gewildert, davon 288 Tiere allein in dem bekannten Park.

Im kongolesischen Virunga-Nationalpark, der an Ruanda und Uganda grenzt,  kämpfen die Ranger nicht nur gegen Wilderer und Korruption, sondern auch gegen Rebellen, die sich in den Wäldern verstecken, Holz schlagen und Tiere töten, um sich zu ernähren. Sie behindern und bedrohen die Wildhüter. Immer wieder gibt es tödliche Übergriffe.

Prekär ist auch die Lage in der Zentralafrikanischen Republik. Dort drangen im Mai schwer bewaffnete Wilderer in den Dzanga-Ndoki Nationalpark ein und töteten auf der „Elefanten-Lichtung" 26 Dickhäuter. Den WWF-Mitarbeitern und Wildhütern war in letzter Sekunde die Flucht gelungen. Bisher konnten nur die einheimischen EcoGuards zurückkehren. Für ausländische Mitarbeiter ist eine Wiederaufnahme ihrer Arbeit derzeit noch nicht möglich.

Unser Redakteur Peter Laufmann besuchte Anfang des Jahres den World Ranger Congress und bekam hautnah zu spüren, was es bedeutet als Ranger zu arbeiten: Hier der natur-Artikel in der Süddeutschen Zeitung.

Wer sich über die Arbeit der Ranger informieren möchte: auf der Internetseite der  International Rangers

Oder für die hinterbliebenen Familien der getöteten Ranger spenden will, kann dies unter anderem beim Rangerfonds des Nabu tun.

Fotos: WWF

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