Rechercheblog vom World Ranger Congress

Ranger unter sich

Teil I: Unser Redakteur Peter Laufmann bloggt vom 7. World Ranger Congress in Arusha, Tansania. Dieses Mal geht es um alte und neue Wege im Naturschutz und die Wilderer-Mafia sowie das Naturwunder Serengeti.

a1.jpgJedes Kind kennt die Serengeti, die Savanne, die Akazien, die Löwen, Giraffen und Elefanten. Die Serengeti ist eines der berühmtesten Schutzgebiete der Welt. Und nur, weil es mutige Menschen gibt, die sie verteidigen, zeigen und bekannt machen, existieren solche Naturschätze noch. In Arusha, in der Nachbarschaft der Serengeti und des Kilimanjaro, treffen sich diese Woche Ranger, Wildhüter und Naturschätzer, um darüber zu sprechen, wie einzigartige Landschaften, ihre Tier- und Pflanzenwelt bewahrt werden können.

Denn auf dem ganzen Planeten steht die Natur unter Druck. Eine stetig wachsende Bevölkerung und ihr Hunger nagen an der Wildnis. Global operierende Bergbaufirmen durchwühlen die Erde nach Rohstoffen. Und schließlich dezimiert eine Mafia Nashörner, Elefanten oder Tiger, um fragwürdige Bedürfnisse zu befriedigen. Immer öfter bleiben dabei auch die Ranger tot zurück. Tansania ist das Land mit der höchsten Rate an ermordeten Rangern.

Keine Frage. Auf die Ranger kommt ein hartes Stück Arbeit zu. Wie soll der Naturschutz der Zukunft aussehen? Wie lassen sich seltene Arten vermehren und bewahren? Wie reagiert man auf die berechtigten Bedürfnisse einer immer zahlreicher werdenden Gesellschaft.In Arusha haben die Spezialisten aus den USA, Australien, Kanada, Korea und natürlich Afrika Gelegenheit, sich auszutauschen und neue Wege zu finden, damit die Serengeti und andere Naturwunder erhalten bleiben.

a2.jpgOstafrika ist heute nur mehr ein paar Flugstunden entfernt. Das Land vermessen, erschlossen, zivilisiert. Eine Safari ist bereits beim Discounter um die Ecke zu bekommen, gleich neben den  Sonderangeboten der Woche. Menschen machen ganz selbstverständlich in Gegenden Urlaub, die früher nur Soldaten und Abenteurern vorbehalten waren. Das größte Risiko ist heute, sich die Brieftasche klauen zu lassen oder vom Durchfall auf dem Hotelklo festgehalten zu werden. Vor 150 Jahren war es dagegen höchst unsicher, ob man von einer oft jahrelangen Expedition überhaupt lebend zurückkam.

Wie gesagt, dass ist vorbei. Auf dem Kongress geht es darum, wie man das letzte Stückchen Wildheit auf dem Planeten erhalten kann. Sind strenge Schutzgebiete, abgeschirmt vom Rest der Normalsterblichen der richtige Weg? Oder muss es im Miteinander funktionieren? Das Natur und Mensch beide nebeneinander existieren?

Ich bin gespannt.

Übrigens: Es regnet gerade und weder der Mount Meru noch der Kilimanjaro sind in den tiefhängenden Gewitterwolken zu erkennen.

(Fotos: Marco Kost)

Bilderstrecke
Keine Kommentare
Diesen Artikel kommentieren

natur 07/2017: Die Last mit dem Nachwuchs

natur 07/2017

Viele bedrohte Tierarten ringen nicht nur ums Überleben, sondern haben auch Probleme, sich erfolgreich fortzupflanzen. So helfen Forscher ihnen dabei

Leserfoto des Monats

Schnecke in Miniatur

Schnecke in Miniatur

Folgen Sie natur.de

natur-Newsletter abonnieren