Einjahres-Projekt "Klimaneutral leben in Berlin" startet

100 Haushalte proben den Klimaschutz

Klimaschutz ist nicht nur Sache der großen Politik, er beginnt schon im Kleinen. Deshalb üben ab Dezember in Berlin 100 Privathaushalte das klimaneutrale Leben. Ein Jahr lang erproben die Teilnehmer, wie sie ihren CO2-Fußabdruck verringern und so ihre persönliche Klimabilanz verbessern können.

Grüne Haushalte

Das Ziel: Den CO2-Fußabdruck des eigenen Haushalts um 40 Prozent zu senken (Grafik: Jenny Sturm/ Fotolia)

Jeder Mensch in Deutschland ist im Schnitt für rund elf Tonnen Kohlendioxid-Ausstoß pro Jahr verantwortlich. Die Emissionen entstehen durch unseren Stromverbrauch, für die Produktion und den Transport von Konsumgütern oder durch unsere Fahrten mit dem Auto. Studien zeigen zudem, dass ein Großteil dieses CO2-Fußabdrucks nicht hierzulande erzeugt wird, sondern oft in weit entfernten Regionen der Welt – dort, wo unsere Güter herkommen.

100 Haushalte, 365 Tage

Jetzt beginnt in Berlin ein Experiment der besonderen Art: Ein Jahr lang sollen 100 Privathaushalte erproben, wie sie im Alltag klimafreundlicher leben können. Von Familien mit Kindern über Lebenspartnerschaften, Wohngemeinschaften oder Singles – 365 Tage lang werden die Freiwilligen im Projekt "Klimaneutral leben in Berlin" (KliB) ihren persönlichen CO2-Fußabdruck dokumentieren und Möglichkeiten kennenlernen, die eigene Klima-Bilanz zu verbessern. Ziel ist es, den persönlichen Fußabdruck der Teilnehmer innerhalb eines Jahres um 40 Prozent zu senken.

"Haushalte können durch einen klimafreundlicheren Lebensstil einen enormen Beitrag zum Klimaschutz leisten", erklärt Projektleiter Fritz Reusswig vom Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK). "Ein persönlicher CO2-Fußabdruck, der mit den globalen Klimaschutzzielen von Paris, den Klimaschutzzielen des Bundes und dem Klimaneutralitätsziel des Berliner Senats für 2050 übereinstimmt, müsste auf ein bis zwei Tonnen pro Kopf und Jahr herunterkommen."

Klimaschutz im Praxistest

"Wir haben uns daher gefragt: Was kann man heute schon tun, um langfristig klimaneutral zu leben?", so Reusswig. "Mit Vorreiter-Haushalten in Berlin werden wir ein Jahr lang untersuchen, welche Probleme es beim Umstieg auf einen klimafreundlichen Lebensstil gibt, und wie sich Klimaschutz im Alltag umsetzen lässt." Unterstützt werden die Haushalte dabei von den Experten des PIK, aber auch von Berliner Unternehmen und Nicht-Regierungsorganisationen

Ein weiterer Helfer für die Teilnehmer des KliB-Projekts ist ein eigens entwickelter "Carbon Tracker" – ein Klima-Rechner für PCs und mobile Endgeräte, mit dem sie ihren persönlichen CO2-Fußabdruck dokumentieren können. Dies soll ihnen dabei helfen, beispielsweise zu erfahren, wie viel ein Wechsel des Stromanbieters, das Umsteigen vom Auto auf öffentliche Verkehrsmittel oder Veränderungen des Ernährungsverhaltens für die persönliche Klimabilanz bringen.

Noch Plätze frei

"Die KliB-Haushalte sind Klimapioniere, die sich heute schon auf den Weg zu einem klimaneutralen Berlin machen", meint Reusswig. "Aber nur mit den entsprechenden Rahmensetzungen durch die Politik – in Berlin wie im Bund oder der EU – werden wir das Klimaneutralitätsziel erreichen. Das Reallabor wird auch dazu Empfehlungen entwickeln."

Interessierte Haushalte in Berlin können sich derzeit noch bei klib@pik-potsdam.de melden – einige wenige Plätze sind noch frei.

Quelle: Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung, Projektseite: https://klimaneutral.berlin/

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Informationen zum Artikel

Nadja Podbregar
Datum: 01.12.2017
Kategorie: Umwelt
Kommentare: 0

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