Umweltschutz im Paradies

Alarm! テ僕-Gier bedroht die Malediven

Weiテ歹 Strテ、nde und faszinierende Unterwasserwelten - doch nicht einmal vor dem Paradies der Malediven macht die テ僕-Gier halt, warnt die Meeresschutzorganisation OceanCare. Der Inselstaat will die Vorkommen offenbar mit gefテ、hrlichen Schallkanonen und Probebohrungen ausloten.

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Strand vor den Malediven (Foto: BlueOrange Studio/Fotolia.com)

Ölsuche und Ölförderung bringen Umweltprobleme mit sich, die sowohl die Meerestiere als auch das fragile Ökosystem der Malediven ernsthaft bedrohen, betont OceanCare. "Das Gleichgewicht dieses Unterwasserparadieses im Indischen Ozean hängt an einem seidenen Faden", so Sigrid Lüber von OceanCare. Ihr zufolge sind die Riffe bereits durch Übernutzung und die Folgen des Klimawandels stark unter Druck. Nun droht den Delfinen, Schildkröten, Fischen und anderen Meerestieren rund um die Malediven auch noch der gefährliche Lärm der Erdölsuche. "Wir wollen dafür sorgen, dass diese Unterwasserwelt von den Druckluftkanonen verschont bleibt", so Lüber.

Die Internetseite der Meeresschutzorganisation bietet Nutzern nun die Möglichkeit, eine standardisierte Protestmail zu senden. Sie richtet sich an den Tourismus-Minister der Malediven. Er scheint der richtige Adressat zu sein, denn der Tourismus ist die Haupteinnahmequelle der Malediven: 1,2 Millionen Besucher brachten dem Inselstaat im letzten Jahr Wohlstand. Doch den soll offenbar der fragwürdige Schatz im Untergrund noch weiter mehren: Präsident Abdulla Yameen hat die Suche nach Erdöl vor den Malediven zum Wahlversprechen gemacht.

Ausgerechnet ein deutsches Forschungsschiff gab Hinweise

Zu den Details dieses Vorhabens hält sich die Regierung allerdings bedeckt. Tatsache ist aber, dass es bereits Voruntersuchungen gab - und zwar ausgerechnet durch ein deutsches Forschungsschiff, dessen Ziel es eigentlich war, die durch die globale Erwärmung verursachten Veränderungen der Meereswelt zu untersuchen. Dieses Projekt fand zufällig Hinweise auf ein Ölvorkommen und informierte die maledivische Regierung.

Dort rieb man sich offenbar kräftig die Hände und gründete fix die Maldives National Oil Company. Sie soll nun seismische Tests und Probebohrungen durchführen. "Es ist zynisch, dass eine Region, die so stark durch die globale Erwärmung bedroht ist, selbst fossile Brennstoffe erschliessen möchte", kritisiert Nicolas Entrup von OceanCare. Aber auch in Indien, Sri Lanka und Singapur wittert man offenbar bereits Profit: Indien hat zugesagt, sich an der der Förderung des Rohöls zu beteiligen, ehe es dort sowie in Sri Lanka und Singapur raffiniert werden soll.

Öffentlicher Protest nützt!

"Lokale Umweltverbände sind tief besorgt. Einer davon, Ecocare Maldives, hat OceanCare konkret um Hilfe gebeten. Wir hoffen nun auf die Unterstützung einer breiten Öffentlichkeit sowie der Tourismusindustrie, um unserem Protest Gewicht zu verleihen", sagt Lüber.

Was entsprechende Aktionen bewirken können, hat sich auf den Balearen erwiesen: In den Gewässern dieser Inselgruppe konnte OceanCare, zusammen mit Koalitionspartnern und dank massiver Proteste der Lokalbevölkerung, den Einsatz der gefährlichen Schallkanonen vorläufig verhindern. Auch auf den Kanarischen Inseln erwirkte die lokale Bevölkerung den Rückzug des Ölkonzerns Repsol. Sich zu rühren, scheint also nicht vergebens...

Quelle: OceanCare

Informationen zum Artikel

Martin Vieweg
Autor: Martin Vieweg
Datum: 06.02.2015
Kategorie: Umwelt
Kommentare: 0
Schlagworte: Umweltaktion / Meeresschutz / Malediven

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