Rechercheblog aus Tansania

Das achte Weltwunder

Teil III: Peter Laufmann bloggt vom World Ranger Congress in Arusha, Tansania. Ein Besuch am Ngorongoro-Krater zeigt die Natur von ihrer wildesten Seite.

grzimek.jpgBernhard Grzimek hat nicht übertrieben, als er den Ngorongoro-Krater als achtes Weltwunder bezeichnete. Gestern Nachmittag sind wir aufgebrochen, um zu diesem Wunder zu gelangen. Zuerst von Arusha in unsere Unterkunft in der Nähe des Schutzgebietes und dann heute in der Früh noch einmal gut eineinhalb Stunden durch den Regenwald. Mühsam hat sich der Landcruiser den Kraterrand hinaufgearbeitet. Es ist ein üppiger Regenwald, der nicht nur das Ökosystem im Krater, sondern auch die Menschen außerhalb des Kraters mit Wasser versorgt; ohne Regenwald kein Regen und damit kein Leben. Oben bietet sich eine atemberaubende Aussicht. Ein natürliches Amphitheater öffnet sich vor einem, wunderschön und beinahe unwirklich. Von 2300 Meter Höhe blickt man auf eine Bühne, die eine Welt im Miniaturformat darstellt: Da gibt es die Savanne, Wälder, Sümpfe, Seen, Flüsse, Höhen und Täler. Da tummeln sich gut 25000 Wildtiere, darunter natürlich die Big Five. Und an guten Tagen 1500 Touristen.

Genauso mühsam wie wir den Kratenrand hoch sind, fahren wir in den Ngorongoro hinein. Mittlerweile hat Joshua, unser Fahrer, das Dach aufgemacht, damit wir einen noch besseren Überblick haben. Unten ist aus dem Regenwald zunächst Savanne geworden. 600 Meter reichen die steilen Kraterwände empor.

Tausende von Gnus, Zebras und Büffeln sehen wir, Nilpferde, Strauße, Kronenkraniche, Hyänen, Schakale, Geier und natürlich Löwen. Wir werden zum Abschluss unseres Tages sogar Zeuge, wie zwei Löwen einen Büffel reißen. Allerdings ging das nicht so schnell wie im Film. Erst haben sie ihn an den Beinen gepackt, sind seinen Hörnern ausgewichen und langsam wurde der Büffel müde. Schließlich warfen sie ihn um, er blöckte und zappelte, eine Löwin drückte ihm die Kehle zu. Es ging Minuten lang und immer wieder kamen Laute des Büffels und seine Beine schlugen aus. Schon zeigten sich eine Tüpfelhyäne und ein Schakal und meldeten ihren Anteil an.

Es war nach unseren Maßstäben grausam, dennoch war die Szenerie den ganzen Tag über sehr harmonisch, da hat auch der Kill der Löwen nichts daran geändert. Müde und zufrieden haben wir dem Krater den Rücken gekehrt.

(Foto: Marco Kost)

Bilderstrecke
Keine Kommentare
Diesen Artikel kommentieren

Informationen zum Artikel

Peter Laufmann
Datum: 08.11.2012
Kategorien: Natur / Reisen
Kommentare: 0
Schlagworte: Blog / Ranger / Tansania / Ngorongoro / Serengeti / Safari / Grzimek

Folgen Sie natur.de

natur-Newsletter abonnieren