Aktuelle Zahlen belegen dreistelliges Wachstum von Elektroautos und Plug-In-Hybriden

Deutsche kaufen mehr Elektroautos

Es tut sich was in Sachen Elektromobilität: Seit Anfang des Jahres wurden weltweit, aber auch in Deutschland deutlich mehr Elektroautos und Plug-In-Hybride verkauft als zuvor, zeigen aktuelle Daten. Hierzulande liegen die Verkäufe von Elektroautos um 132 Prozent über denen des Vorjahreszeitraums.

Elektroauto

Nimmt die Elektromobilität jetzt Fahrt auf? (Foto: ADECAstudio/ Fotolia)

Elektrofahrzeuge gelten als die Verkehrsmittel der Zukunft. Denn sie stoßen keine Luftschadstoffe aus und dienen, sofern sie mit Strom aus erneuerbaren Energien betrieben werden, auch dem Klimaschutz. Darüber sind sich die meisten einig. Bisher allerdings läuft der Wechsel von fossilen Antrieben auf Elektro nur schleppend: Anfang 2017 hatten Elektro- und Hybridfahrzeuge noch weniger als einen Prozent Anteil am deutschen Pkw-Bestand.

Als Gründe für die zögerliche Annahme von Elektrofahrzeugen gelten neben der noch begrenzten Reichweite vor allem die bisher unzureichende Infrastruktur: Ladesäulen gibt es bisher kaum und vor allem in Städten haben Bewohner von Mehrfamilienhäusern daher kaum die Möglichkeiten, ihr Elektroauto mit Strom zu versorgen. Hinzu kommt: Das Stromtanken ist bisher zu kompliziert und teuer, wie jüngst eine Studie aufdeckte.

132 Prozent Zuwachs in Deutschland

Doch allmählich scheint Bewegung in die Sache zu kommen. Sowohl weltweit als auch in Deutschland sind die Verkäufe von Elektroautos und Hybriden seit Jahresanfang deutlich angestiegen, wie aktuelle Zahlen eines Trendberichts von PwC belegen. Verglichen zum Vorjahr hat der Absatz von batteriebetriebenen Elektroautos weltweit um 52 Prozent auf insgesamt 339.419 Fahrzeuge zugenommen. Die Auslieferungen von Hybriden stiegen um 36 Prozent, Plug-In-Hybride legten um 21 Prozent zu.

Besonders starken Zuwachs haben Elektroautos und Hybridfahrzeuge seit Jahresanfang in Deutschland erlebt. Kein Wunder: "Angesichts der Dieselkrise und der Umweltprämie beginnen viele Autofahrer - aber insbesondere auch Unternehmen - umzudenken und sich zunehmend für alternative Antriebsmodelle zu interessieren", sagt Christoph Stürmer von PwC Autofacts. "Der Absatz von Elektro- und Hybridfahrzeugen wird daher auch in Deutschland weiter zunehmen."

Die aktuellen Zahlen scheinen dies zu bestätigen: In den ersten acht Monaten des Jahres 2017 ist hierzulande der Verkauf von batteriebetriebenen Elektrofahrzeugen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 132 Prozent angestiegen. Auch Plug-In-Hybride legten mit 116,9 Prozent Plus stark zu.

China ist Vorreiter dank Quote und Punktsystem

Am meisten tut sich in Sachen Elektroautos allerdings in China, dem mit Abstand größten Absatzmarkt für batteriebetriebene Elektroautos weltweit. Allein im August 2017 schnellte der Absatz dort um 96,7 Prozent hoch. Der Grund: Die chinesische Regierung fördert den Kauf von Elektroautos deutlich intensiver als andere Länder. "Die Regulierung in China basiert auf einem intelligenten Quoten- und Punktesystem - anders als es in der EU umgesetzt wird", erläutert Stürmer.

In China können Unternehmen Punkte durch die Produktion von Elektroautos erwerben. Dabei gibt die Regierung eine klare Quote vor: "Bis 2019 müssen sie alle ihr Ziel erreicht haben: die Anzahl der gesammelten Punkte muss zehn Prozent der pro Unternehmen produzierten Autos entsprechen, bis 2020 müssen es zwölf Prozent sein", berichtet Stürmer. "Ein sehr intelligentes System, das den Staat entlastet und einen echten Marktpreis für die Emissionsfreiheit von Fahrzeugen innerhalb der Branche etabliert."

In den USA weisen Plug-In-Hybride mit einem Plus von 35,4 Prozent auf 57.920 Einheiten weiter den höchsten Absatzzuwachs der Vergleichsmodelle für die ersten acht Monate aus. Das größte Segment bildet hier nach wie vor der klassische Hybrid mit 241.653 Fahrzeugen und einem Zuwachs von 6,8 Prozent.

Quelle: PwC Autofacts

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Informationen zum Artikel

Nadja Podbregar
Datum: 26.10.2017
Kategorie: Umwelt
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