Mit Spürhunden gegen den Asiatischen Laubholzbockkäfer

Kampf gegen gefräßige Sechsbeiner

Ein gefräßiger Käfer bedroht Laubbäume in Mitteleuropa: Der aus Asien eingeschleppte Asiatische Laubholzbockkäfer hat mittlerweile mehrere Wälder auch in Deutschland befallen. Ein Beispiel aus der Schweiz zeigt nun, wie man den gefährlichen Einwanderer besser bekämpfen kann als bisher.

Laubholzkäfer

Der Asiatische Lauholzbockkäfer wurde aus Asien eingeschleppt und ist nun eine Gefahr für europäische Laubbäume. (Foto: Doris Hölling/WSL)

Der Asiatische Laubholzbockkäfer (Anoplophora glabripennis) gelangte in den 1990er Jahren mit Bau- und Verpackungsholz, aber auch durch Bonsaiimporte aus Asien erst in die USA, dann auch nach Europa. Der Käfer bohrt die Stämme an und legt seine Eier hinein. Die sich entwickelnden Larven fressen sich durch das Holz und in den meisten Fällen stirbt der Baum dadurch ab.

Das Fatale an diesem Neuankömmling: Im Gegensatz zu anderen Holzschädlingen ist dieser Käfer kaum spezialisiert, stattdessen befällt er alle Laubbäume. In den USA hat der Käfer in betroffenen urbanen Gebieten rund ein Drittel der Stadtbäume abgetötet. Der Asiatische Laubholzbockkäfer gilt als einer der hundert gefährlichsten biologischen Invasoren weltweit.

30 befallene Standorte

Inzwischen hat der Käfer Bäume und Wälder auch in acht europäischen Ländern befallen, insgesamt gibt es schon mehr als 30 Befallsorte. Wirksame Gegenmaßnahmen gibt es bisher nur wenige. Am ehesten hilft es, wenn die befallenen Gebiete möglichst frühzeitig unter Quarantäne gestellt werden, um eine weitere Ausbreitung der Käfer zu verhindern. Bei starkem Befall werden die betroffenen Bäume verbrannt.

Unter anderem deshalb dauerte der Kampf gegen die Käferpopulationen bei großen Freilandbefällen meistens mehr als zehn Jahre. Erst an sechs Orten in Europa ist es bisher gelungen, dem Käfer Einhalt zu gebieten. Doch aus der Schweiz kommt nun eine zumindest teilweise hoffnungsvolle Nachricht. Dort ist es Forstwirten rund um die Stadt Winterthur gelungen, einen ausgedehnten Befall schon innerhalb von vier Jahren zu tilgen.

Spürhunde als Helfer

Das Erfolgsrezept der Schweizer Förster: entschlossenes Handeln schon zu Beginn eines Befalls – und tierische Hilfe beim Aufspüren der gefährlichen Käfer. Denn um die Gebiete abriegeln zu können, muss klar sein, wo die Außengrenzen des Befalls liegen. Um das herauszufinden, ließen die Schweizer speziell ausgebildete Baumpfleger und Teams mit Spürhunden Streife gehen. Die Hunde sind darauf trainiert, den charakteristischen Geruch der Käfer und des befallenen Holzes zu erkennen. Immer wieder beschnüffelten die tierischen Spürnasen gefällte Baumstämme und Holzproben und halfen so, den Käferbefall genau zu kartieren.

"Qualifiziertes Personal verursacht zwar hohe Kosten, aber hier zu sparen, führt später im Rahmen des Monitorings zu gesamthaft weit höheren Kosten", betont die Eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL). Ein weiterer wichtiger Faktor: Aufklärung und Einbindung der Bevölkerung. "Ohne das Verständnis und die Kooperation der betroffenen Anwohner über einen mehrjährigen Zeitraum lässt sich dieser Käfer nicht erfolgreich bekämpfen.", so das WSL.

Wie die Forscher berichten, gelang es durch diese konzertierte Aktion und den hohen Aufwand, den Freilandbefall in Winterthur in kürzester Zeit zu tilgen. Ihr Beispiel und ihre Erfahrungen sollen nun auch den Förstern und Waldbesitzern in Deutschland dabei helfen, im Kampf gegen den Asiatischen Laubholzbockkäfer effektiver zu werden – und die Gefahr von den Laubbäumen abzuwenden.

Quelle: Eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL

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Informationen zum Artikel

Nadja Podbregar
Datum: 06.01.2017
Kategorie: Natur
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