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Leser-Reise 2013: Auf den Spuren von Jane Goodall

Unsere Leser-Reise führt auf den Spuren der außergewöhnlichen Forscherin Jane Goodall ins Gombe-Reservat von Tansania. Unser Reiseleiter Henning Prox hat kürzlich Gombe besucht und erzählt, was die Reisenden dort - vom 4. bis 19. August 2013 - erleben können. Text von Peter Laufmann

Jane-Freud-250.jpgZum Verrücktwerden! Seit zwei Tagen kriechen wir nun schon durch den Busch, um eine Gruppe von Schimpansen zu finden. Aber nichts. Alle Tiere scheinen wie vom Erdboden verschluckt. Unser Führer schüttelt den Kopf: „Das wird nichts mehr.“ Frustriert machen wir uns auf den Weg zurück in unser Camp im Gombe-Nationalpark in Tansania.

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Doch dann, kurz bevor die Sonne untergeht, fasst er mich am Arm. „Kusimama.“ – Stopp! auf Suaheli – raunt er mir zu und deutet auf eine Baumgruppe, vielleicht 150 Meter entfernt. Ich sehe nichts, aber er meint, Schimpansen entdeckt zu haben. Die Müdigkeit verwandelt sich in Aufregung. Wir wollen näher heran. Behutsam, leise schleichen wir durch den Busch. Versuchen es zumindest, denn selbst ein tauber, blinder und fußlahmer Affengreis hätte uns wohl bemerkt.

Plötzlich steht wie aus dem Nichts ein ausgewachsenes Schimpansen-Männchen vor uns: beeindruckend, kräftig, vor Testosteron strotzend. Höchstens zwölf Meter entfernt. Wir stehen uns gegenüber, sekunden-, minutenlang. Wir mustern uns. Interessiert. Stumm. Dann dreht er ab und trollt sich zwischen die Akazienbüsche.

Unglaublich. Die Anspannung fällt ab und mir wird bewusst, wie schlecht wir Menschen für diese Landschaft ausgestattet sind; ich schwitze, bin geschafft, meine Unterarme sind zerkratzt.

Gestern erst war das, und die roten Streifen auf meiner Haut erinnern mich noch an das Erlebnis. Im Schatten eines Mopanebaumes lasse ich unsere Reise Revue passieren. Wir sind Gäste im Gombe-Nationalpark. Hier hat die berühmte Primatenforscherin Jane Goodall vor mehr als 50 Jahren ihre Forschungen an Schimpansen begonnen. Das Jane Goodall Institut hat inzwischen im benachbarten Kigoma seinen Sitz. Man kann hier viel über Afrikas Probleme lernen – und auch über Lösungsansätze. Gombe ist Afrika im Kleinen. Gombe ist Kult. Und die Gäste, deren Reiseführer ich bin, bekommen alles hautnah zu spüren. Sie sehen auf dieser Tour nicht nur das Postkartenafrika, sondern erleben auch die Widersprüche des Kontinents. Dichter als hier kommt man als Tourist nicht an Afrika heran.

Als Jane Goodall in Gombe zu forschen begann, war es nur ein kleines Gebiet in einem großen Wald am Rande des Tanganjika-Sees. Heute ist Gombe ein letztes Refugium, quasi selbst zur Insel geworden. Der Druck auf das Kleinod ist groß, die Probleme sind vielfältig. In den vergangenen fünf Jahrzehnten hat sich die Bevölkerung Tansanias mehr als vervierfacht. Und alle Menschen wollen ein Dach über dem Kopf und etwas zu essen. Hier am Tanganjika-See ist Fisch eine wichtige Nahrungsquelle, und die Boote der Fischer sind nach wie vor aus Holz. Holz aus den Wäldern. Die Boote aber halten im Schnitt nur acht Jahre. So verwundert es nicht, dass die Wälder am See seit Jahrzehnten schrumpfen.

Der Wald von Gombe ist übrig geblieben. Und die Mitarbeiter des Jane Goodall Instituts setzen sich  dafür ein, dass es so bleibt. Wir begleiten sie, erleben ihre Arbeit mit und die faszinierende Tierwelt.

Jetzt allerdings steht die Sonne im Zenit, es ist Mittag und viel zu heiß. Ich döse im Schatten und beobachte die Ranger. Sie sitzen am Tisch, spielen Karten und trinken Tee. Nicht weiter bemerkenswert, wären da nicht diese Gitterstäbe um sie herum. In Gombe sitzen nämlich die Menschen im Käfig. Es ist zu ihrem Schutz, denn die Tiere sind da, sie spielen hier die erste Geige, und sie sind neugierig, vor allem die Paviane. Schon Jane Goodall hat ihren Sohn, als er Kleinkind war, oft lieber im Käfig gelassen. Man weiß eben nie, wer um die Ecke schleicht. Und so müssen die Frauen sogar Wache bei der trocknenden Wäsche halten – sonst ist sie weg.

Natürlich erschöpft sich der Naturschutz nicht im Einsperren der Menschen. Am Anfang hatte man versucht, Gombe und die Wälder durch Verbote und Strafen zu schützen, das hat aber nichts genutzt. Die wandernden Schimpansen waren den Menschen lästig, und so kam es vor, dass sie die Affen getötet haben. Nach dem Motto: Wo kein Schimpanse mehr ist, kann kein Schimpanse geschützt werden, und dann gibt es keine Scherereien mehr mit lästigen Wildhütern und Wissenschaftlern.

Heute beziehen die Naturschützer die Menschen vor Ort mit ein, hören sich ihre Probleme an, suchen gemeinsam nach Lösungen. Und die Bemühungen zeigen Früchte: Zum Beispiel werden Männer, die ihr Geld früher in Kohlenmeilern verdient haben, zu Bienenzüchtern umgeschult. Auf diese Weise bekommen die Bäume neue Wächter, und der Wald bekommt einen Wert, der weit über das Holz hinausreicht.

Auf den Schutz des Waldes und damit der Schimpansen zielt auch ein Projekt, dass Jane Goodalls Sohn, Hugo Eric Louis van Lawick, vorantreibt. Er hat ein Boot aus Fiberglas entwickelt, das leichter und haltbarer ist als die traditionellen Holzboote und weniger Sprit verbraucht. Obendrein muss es nicht permanent ausge-bessert werden. Das bedeutet, es müssen nicht ständig Bäume fallen. In Kombination mit Mikrokrediten und Menschen vor Ort, die die Boote bauen, wird ein Komplettpaket daraus, das allen Beteiligten hilft.

Aber Gombe ist nur die letzte Station unserer Reise. Gestartet sind wir am Kilimandscharo, dem schneebedeckten Berg. Auch wenn seine Gletscherhaube seit Jahren schrumpft, ist sein Anblick atemberaubend. Kein Wunder, dass die Menschen in Deutschland seinerzeit die beiden Entdecker des Berges, die Missionare Johannes Rebmann und Johann Krapf ausgelacht haben, als sie von Schnee in Afrika berichtet hatten.

Von dort führte die Tour uns weiter zum Ngorongoro-Krater. Dann in die Serengeti. Und jetzt sind wir hier. An einem der exklusivsten Orte Afrikas.

Ich genieße die hereinbrechende Dunkelheit und beobachte, wie auf dem Tanganjika-See Lichtpunkt um Lichtpunkt aufscheint – wie Glühwürmchen, die über dem Wasser schweben. Es sind Fischerboote, die von den zahlreichen kleinen Dörfern zum nächtlichen Fischzug ausfahren. Die Grillen zirpen dazu. Magisches Afrika.

Copyright-Dirk-Rohrbach-250.jpgErzählt von Henning Prox, Protokoll: Peter Laufmann

Foto oben: Michael Neugebauer

Foto links: Reiseleiter Henning Prox (Copyright Dirk Rohrbach)

 

 

 

Unsere Leserreise

Fahren Sie exklusiv mit uns nach Gombe!

Unseren Lesern bieten wir im kommenden Jahr die außergewöhnliche Chance, Afrika auf den Spuren von Jane Goodall zu bereisen.    

Mit dieser Reise möchten wir unseren Lesern einen ungewöhnlichen Einblick in das Leben der Menschen in Tansania und die faszinierende Natur des Landes ermöglichen. Unser Partner ist der exklusive Reiseveranstalter TravelBeyond. Das Unternehmen ist auf nachhaltige Spendenreisen spezialisiert und wurde dieses Jahr mit der Goldenen Palme für besonders innovative und erlebnisreiche Konzepte ausgezeichnet.

Auf dieser Tour werden Sie einen persönlichen Eindruck vom ganzheitlichen Ansatz des Jane Goodall Instituts bekommen. Sie werden in der Savanne übernachten und durch den Gombe Nationalpark pirschen. Und schließlich unterstützen Sie mit Ihrer Teilnahme die Arbeit der Naturschützer und Wissenschaftler des Jane Goodall Instituts.

Die Reise findet voraussichtlich von 04. bis 19.08.2013 statt, der Preis beträgt 3.780,- Euro, ohne internationale Flüge, plus 200,-€  Spende. Enthalten sind nationale Flüge und Transport, 9 x Übernachtung im Doppelzimmer, 4 x im Doppelzelt, alle Eintritts- und Nationalparkgebühren für die aufgeführten Programmpunkte, begleitete Projektbesuche, deutschsprachige Reiseleitung und einheimische Guides. Unser Redakteur Peter Laufmann wird ebenfalls mitfahren.

Der Reiseverlauf:

Tag 1: Flug von Frankfurt nach Tansania

Tag 2: Ankunft in Arusha

Tag 3: Arusha – Tarangire Nationalpark

Tag 4: Tarangire Nationalpark – Ngorongoro Conservation Area

Tag 5: Ngorongoro-Krater – Serengeti NP

Tag 6: Serengeti Nationalpark

Tag 7: Serengeti Nationalpark – Mwanza

Tag 8: Mwanza – Kigoma: Gombe Research Center und JGI

Tag 9: Kigoma: Projektbesichtigung und Einblick in den Dorfalltag

Tag 10: Kigoma: Wiederaufforstung, Mikrokredite und Social Business

Tag 11: Kigoma – Gombe Nationalpark: Das Reich der Schimpansen

Tag 12: Gombe Nationalpark: Bunte Unterwasserwelt und Schimpansentracking

Tag 13: Gombe Nationalpark – Dar es Salaam

Tag 14: Dar es Salaam: Boots-Innovation für den Tanganjika-See

Tag 15: Dar es Salaam – Frankfurt

Mindestteilnehmerzahl: 12

Anmelden und weitere Informationen anfordern
können Sie unter www.travel-beyond.de
oder Gombe-natur@konradin.de

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Informationen zum Artikel

Peter Laufmann
Datum: 27.10.2012
Kategorien: Leserreisen / Natur
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