Spitzbergen-Blog

Leserreise: mit natur auf Nordkurs

Die MS Quest ist mit natur-Lesern und unserem Redakteur Peter Laufmann in der Arktis unterwegs. Rund um Spitzbergen besuchen sie Gletscher, Fjorde und die Könige des Nordlands – Eisbären!

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Zwei Tage sind wir bereits in der Arktis. Gestern haben wir Longyearbyen verlassen, so ziemlich den letzten Außenposten der zivilisierten Welt.

Kaum an Bord, verließen wir den Issefjord und steuerten den Sund zwischen Prins Karls Vorland und der Hauptinsel an. Die Quest rollt ein wenig, die Dünung kommt aus Süden und wir fahren gen Westen. Das Licht ist magisch; die Sonne hängt bereits tief über dem Horizont. Das Spiel der Wolken, die Komposition aus Landschaft und Wetter gibt dieser Overtüre den passenden Schlussakkord.

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Wir sind unterwegs, um Eisbären zu sehen und um dem Klimawandel über die Schulter zu sehen. Denn nirgendwo sonst sind die Folgen der Erderwärmung so greifbar wie hier oben. Wie sind die Gletscher zurückgegangen? Wie reagieren Flora und Fauna? Obendrein wollen wir dabei das Packeis untersuchen und dazu begleitet uns der Leiter der Forschungsgruppe Meereis des Max-Planck-Institus für Meteorologie, Dr. Dirk Notz. „Mit der Erwärmung verschwindet nicht einfach ein Stück Eis. Wir verlieren ganze Landschaften. Und damit Lebensräume, beeindruckende, einzigartige Stimmungen von Licht und Strukturen", sagt Dirk Notz.

Unsere erste Station heißt Nyalesund.

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Diese Siedlung ist legendär, nicht nur, dass zahlreiche Polarexpeditionen  von hier gestartet sind, sondern der Ort ist auch ein Eldorado für Wissenschaftler aus vielen Ländern; allein zehn Nationen unterhalten hier Forschungseinrichtungen zur Biologie, Astronomie, Geologie und natürlich zur Klimaforschung.

Gerade in diesem Themenfeld ist die Deutsch-Französische Station unterwegs. Hier werden unter anderem Partikel in der Luft gemessen. Wieviel Quecksilber ist in der Atmosphäre? Ist Radioaktivität in die Umwelt gelangt? Anhand des Wissen um die globalen Windverhältnisse kann man recht genau ableiten, woher der Dreck kommt.

Nachmittags fuhren wir an den Kongsbreen, einen Gletscher mit einer gut einen Kilometer langen Front. Die Quest nahm Kurs auf die Eiskante . Das Schiff schob sich dem Eis entgegen, das Wasser wechselte von dunkelblau in das zarte Braun eines dünnen Milchkaffees. Eisbrocken passierten uns.  Bis zu 40 Meter ragt die Wand aus Eis empor. Das Licht zaubert beeindruckende Stimmungen aufs Eis. Es schillert und öffnet einen Kosmos aus Blau und Weiß.

Anhand alter Bilder und Schilderungen sahen wir aber auch, wieviel dieser Gletscher allein in den letzten zehn Jahren verloren hat. Norbert Rosing, der bekannte Naturfotograf, der seit Jahrzehnten in der Arktis arbeitet, sagt: „Es ist beängstigend, wenn die Menschenwahrnehmung ausreicht, um diese gewaltigen Veränderungen zu sehen."

Wir sind gespannt, was uns noch alles erwartet.

Fotos: Peter Laufmann

 

Weitere Blogbeiträge zur Leserreise in Spitzbergen 2013:

Von schmelzenden Gletschern und energiesparenden Eisbären

Von wandelndem Klima und packendem Eis

Der Bohrer von Bottrop

Walross-Watching

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Informationen zum Artikel

Peter Laufmann
Datum: 05.09.2013
Kategorien: Blogs / Leserreisen / Natur
Kommentare: 0
Schlagworte: Spitzbergen / Leserreise / Blog / Eisbär

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