Größter Hersteller für Funktionstextilien verzichtet künftig auf schädliche Chemikalien

Outdoor-Kleidung künftig ohne Gift

Erfolg für die Umwelt: Gore Fabrics, einer der größten Hersteller von Funktionstextilien für Outdoor-Kleidung, verzichtet künftig auf umwelt- und gesundheitsschädliche Chemikalien in seinen Produkten. Dadurch könnte bald ein großer Teil des Outdoor-Sortiments giftfrei sein.

Outdoor-Kleidung

Bisher enthielt Funktionskleidung häufig schädliche poly- und perfluorierten Chemikalien, das soll sich nun ändern (Foto: mmphoto/Fotolia)

Das Problem ist seit Jahren bekannt: Um Jacken, Hosen, Zelte oder Handschuhe wasserabweisend zu machen, werden die Funktionstextilien mit poly- und perfluorierten Chemikalien (PFC) imprägniert. Doch diese in der Natur nicht existierenden Fluorverbindungen werden in der Umwelt kaum abgebaut und können auch dem menschlichen Organismus schaden.

Bisher tat dies jedoch dem breiten Einsatz dieser Umweltchemikalien keinen Abbruch: Immer wieder wurden in Tests von Outdoor-Kleidung und Ausrüstung PFCs nachgewiesen. Wie weit sie sich inzwischen schon in der Umwelt verbreitet haben, belegen Funde dieser Chemikalien sogar in Eis und Schnee aus entlegenen Gebirgsregionen. Die Umweltorganisation Greenpeace engagiert sich seit fünf Jahren im Rahmen ihrer "Detox"-Kampagne dafür, dass die Textilindustrie umwelt- und gesundheitsgefährdende Stoffe aus ihren Lieferketten entfernt.

Marktführer verzichtet auf PFCs

Jetzt gibt es einen bahnbrechenden Erfolg: Auf der internationalen Sportmesse ISPO in München hat Gore Fabrics, Ausrüster großer Outdoor-Marken wie North Face und Mammut, nun bekannt gegeben: Der Marktführer bei Funktionstextilien wird künftig keine per- und polyfluorierten Chemikalien (PFC) in seinen Produkten für Verbraucher mehr einsetzen.

Bekannt sind Gore-Tex-Produkte als Membranen und Beschichtungen für wind- und wasserfeste Textilien, Schuhe und andere Outdoor-Produkte. Der Hersteller verpflichtet sich nun, bei den allgemeinen wetterfesten Laminaten bis Ende 2020, bei den Spezial-Laminaten bis Ende 2023 gefährliche PFC aufzugeben. Er wird neue und umweltfreundlichere Verfahren entwickeln. Zudem will Gore Fabrics öffentlich dokumentieren, dass während der gesamten Lebensdauer seiner Produkte keine schädlichen PFC in die Umwelt gelangen.

"Als führendes Unternehmen in der Branche ist Gore Fabrics erfreut, einer wichtigen Neuerung in der Outdoor-Industrie zum Durchbruch zu verhelfen, indem wir bedeutende Mittel in die Entwicklung neuer Technologien ohne umweltschädliche PFC investieren", sagt Bernhard Kiehl, Chef für Nachhaltigkeit bei Gore Fabrics.

Engagement lohnt sich

"Das ist ein gewaltiger Fortschritt im Wandel der Outdoor-Branche zu einer umweltfreundlichen Produktion", sagt Manfred Santen, Chemieexperte von Greenpeace. "Durch diese Entscheidung des Marktführers wird es viel mehr Produkte geben, die keine giftigen Spuren mehr in der Umwelt hinterlassen." Begrüßenswert seien auch die Bemühungen von Sympatex, dem Hersteller einer fluorfreien Membran.

Nach Ansicht des Greenpeace-Experten zeigt dieser Wandel in der Branche, dass tatsächlich ein Umdenken stattfindet – und dass sich Engagement lohnt. Denn: "Ein großer Dank gebührt der Outdoor-Gemeinschaft, die diese Kampagne mit uns geführt hat und letztlich den Erfolg erreicht hat", sagt Santen. "Das zeigt, dass man eine ganze Branche zügig umwandeln kann."

Quelle: Greenpeace

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Nadja Podbregar
Datum: 07.02.2017
Kategorie: Umwelt
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