Grüne Oasen mit Effekt

Parks machen glücklich

Häuserblocks, Asphalt und hektisches Verkehrschaos... doch in der Betonwüste der deutschen Großstädte gibt es auch Oasen: Parks und Grünanlagen bieten den Menschen Erholung und ein wenig Naturerlebnis. Ein Effekt, der sich tatsächlich bemerkbar macht.

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Grundstücke in Großstädten sind begehrt und teuer – sie zu bepflanzen und zu pflegen statt mit lukrativen Gebäuden zu besetzen ist deshalb eine knifflige Frage der Stadtplanung. Für den Schutz der urbanen Grünanlagen ist es deshalb wichtig, ihre Bedeutung für die Menschen klarzustellen. Studien haben bereits einige positive Effekte von urbanem Grün auf das psychische und körperliche Wohlbefinden von Menschen aufgezeigt. Die Forscher um Christian Krekel vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) haben nun erstmals in Deutschland untersucht, wie sich die Grünanlagen der Großstädten auf die Bewohner der Nachbarschaft auswirken.

Wie weit ist es zum nächsten Park?

Für die Studie haben die Wissenschaftler Daten des sogenannten Sozio-ökonomischen Panels (SOEP) ausgewertet. Es handelt sich bei diesem Projekt um eine repräsentative Wiederholungsbefragung, die bereits seit 30 Jahren läuft. Dazu werden jedes Jahr etwa 25.000 Teilnehmer in fast 15.000 deutschen Haushalten befragt. Die Daten geben Auskunft über viele Parameter ihres Lebens, wie Gesundheitszustand, Niveau der Lebenszufriedenheit und Wohnsituation. In die Ergebnisse von Krekel und seinen Kollegen flossen nun die Daten derjenigen Teilnehmer ein, die in den 32 größten Städten Deutschlands leben. Neben den Einblicken in deren Lebensumstände ging aus den Informationen auch hervor, wie weit sie von der nächsten Grünanlage entfernt leben.

Je näher zum Grün desto besser

Die statistischen Auswertungen der Forscher ergaben: Je näher die Studienteilnehmer an einer städtischen Grünanlage wohnen, desto besser ist im Durchschnitt ihr psychischer und körperlicher Zustand und sie hatten bei den Befragungen auch mehr Lebenszufriedenheit bekundet. Mit anderen Worten: Parks scheinen in ihrer Nachbarschaft Lebensqualität zu verbreiten, berichten die Forscher. Diesen Zusammenhang untermauert auch der gegenteilige Effekt, den sie ebenfalls in ihren statistischen Auswertungen erkennen konnten: Je näher Menschen zu ungepflegten Brachflächen leben, desto mehr allgemeine Unzufriedenheit äußern sie.

Senioren profitieren besonders 

Den Forschern zufolge machen sich die positiven Effekte von benachbarten Grünlagen besonders bei älteren Menschen bemerkbar. Dies geht aus zusätzlichen Datenauswertungen der Berliner Altersstudie II (BASE-II) hervor. Demnach gewinnt sowohl die Lebensqualität der Älteren als auch ihre Gesundheit besonders auffällig: Personen, die in der Nähe von Parks oder Grünanlagen leben, leiden weniger häufig an Diabetes, Schlafstörungen und Gelenkschmerzen. Vermutlich liegt dieser Effekt daran, dass Parks zu Bewegung animieren. Unterm Strich hat die Studie also gezeigt: Urbanes Grün fördert messbar die Lebensfreude und auch die Gesundheit.

Quelle: SOEPpapers, Januar 2014

Foto: Blick auf Berlin, Claudio Divizia/Fotolia.de

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Martin Vieweg
Autor: Martin Vieweg
Datum: 15.01.2015
Kategorien: Menschen / Natur
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