Klimabewusstsein braucht frühe Förderung

Projekt "Klimaspürnasen im Kindergarten"

Jeder Einzelne ist beim Umwelt- und Klimaschutz gefragt! Schon früh sollten wir unseren Kindern diese Botschaft vermitteln, betont die Stiftung Kindergesundheit – nicht nur mit Worten: Die Organisation hat das Projekt "Klimaspürnasen im Kindergarten" ins Leben gerufen.

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Gemeinsam sind wir stark im Kampf gegen den Klimawandel. (Foto: Tom Bayer/fotolia.com)

Zunehmend heftige Stürme, Hitzewellen und Überschwemmungen: Der Klimawandel macht sich immer deutlicher bemerkbar und wenn wir jetzt nicht handeln, wird es schlimmer werden – darüber sind sich Wissenschaftler weitgehend einig. "Die Folgen dürften die Lebenswelt unserer Kinder stärker bestimmen, als wir uns das heute vorstellen können", sagt Berthold Koletzko, Vorsitzender der Stiftung Kindergesundheit. Kinder und Jugendliche sind nicht nur die Zukunft der Menschheit - wegen ihrer Verletzbarkeit sind sie auch besonders von den Folgen des Klimawandels betroffen, betont der Kinder- und Jugendarzt.

Vor diesem Hintergrund hat die Stiftung mit Unterstützung der Bank BNP Paribas das Konzept "Klimaspürnasen im Kindergarten" entwickelt und im Rahmen eines Pilotprojekts getestet. "In Deutschland besuchen 97 Prozent aller Kinder eine KiTa. Unsere Präventionsstrategie erreicht deshalb Mädchen und Jungen aller sozioökonomischen Gesellschaftsschichten. Unser Projekt soll Kinder mit der Thematik Klimaschutz vertraut machen. Mit kindgerechten, abwechslungsreichen und anschaulichen Spielen, Aktionen und Experimenten soll es gelingen, sie für das Thema Klima zu faszinieren. So können schon die Kleinsten erkennen, wie sie durch ihr Alltagsverhalten im Kindergarten oder zu Hause das Klima schützen können", erklärt Koletzko.

Thema Klima in der KiTa

Im Rahmen des Konzepts entdecken die Kleinen in den Themenbereichen Ernährung, Energie und Mobilität, wie sich verschiedene Faktoren auf das Klima auswirken. So erfahren sie beispielsweise, dass auch unsere Ernährungsgewohnheiten eine Rolle beim Klimawandel spielen. Sie lernen in diesem Zusammenhang interaktiv, wo Nahrungspflanzen wachsen und untersuchen die Verpackung sowie Herkunft von Lebensmitteln. Sie erstellen außerdem ein Mandala-Bild aus echtem Obst und Gemüse. Die verwendeten Produkte werden anschließend verarbeitet und gemeinsam aufgegessen.

Beim Themenbereich Energie inspizieren die Klimaspürnasen ihren eigenen Kindergarten und identifizieren Geräte, die Strom benötigen. Die Stromverbraucher werden dann verschiedenen Kategorien zugeordnet. Am Ende dieses Themenblocks sollen die Kinder unterscheiden können, welche Geräte viel und welche wenig Energie benötigen. Basteln ist dann hingegen beim Thema Mobilität angesagt, sieht das Konzept vor: Autos, Flieger, Fahrräder oder Schiffe werden aus Müllmaterialien wie Kartonresten, Joghurtbechern, Plastiktüten und Klopapierrollen gebaut. Am Ende veranstalten die Gruppen damit dann ein "Müll-Rennen". Während all dieser Projekte vermitteln die Erzieher in kindgerechter Weise die verbundenen Klimaschutz-Aspekte.

Erfolgreiches Pilotprojekt

Wie die Stiftung Kindergesundheit berichtet, wurde das neu konzipierte Programm breits in vier Kindergärten in Frankfurt am Main erprobt. Offenbar erfolgreich: Die Kinder waren mit Spaß, Interesse und Konzentration dabei, berichtet die Stiftung. Auch die Erzieher der Kindertagesstätten haben das Konzept als interessant und abwechslungsreich empfunden. "Wir hoffen nun, unser Kindergartenprogramm in Zukunft mit weiteren Kooperationspartnern in vielen Einrichtungen einsetzen zu können", sagt Koletzko.

Quelle: Stiftung Kindergesundheit

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Informationen zum Artikel

Martin Vieweg
Autor: Martin Vieweg
Datum: 16.10.2017
Kategorien: Menschen / Umwelt
Kommentare: 0
Schlagworte: Kinder / Klimawandel / Bildung

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