CO2-Offsetting

Taugt Klima-Sünden-Kompensation was?

Beitrag zum Klimaschutz oder gekaufter Freibrief für Klima-Sünden - freiwillige Kompensationszahlungen für privat verursachte CO2-Emissionen sind umstritten. Nun kommen Wissenschaftler zu dem Fazit: Das CO2-Offsetting kann durchaus zum Klimaschutz beitragen.

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(Bild: fotolia.com/thingamajiggs)

CO2-Offsetting soll es dem umweltbewussten Bürger ermöglichen, selbstverursachte Kohlendioxid-Emissionen beispielsweise bei Flugreisen auszugleichen, um den persönlichen CO2-Fußabdruck sauber zu halten. Das Prinzip: Man zahlt im Kontext seiner "Klimasünde" einen Betrag zur Unterstützung eines zertifizierten Klima-Projekts - beispielsweise für ein Aufforstungsprogramm.

Der Grundgedanke: Ich lasse die von mir verursachte Treibhausgasemission an einem anderen Ort der Welt wieder gutmachen. Den Wissenschaftler der Universitäten Kassel und Hamburg zufolge macht dieses Konzept zunächst einmal grundsätzlich Sinn. Eine Befürchtung war allerdings bisher, dass durch solche CO2-Kompensationen eine fatale Ablasshandel-Mentalität einsetzen könnte, die als Rechtfertigung für noch mehr klimaschädlichen Konsum missbraucht wird.

Die Wissenschaftler sind diesem möglichen Kritikpunkt nun durch das Forschungsprojekt "VolFair" in den USA und Deutschland nachgegangen. Die Forscher stellten fest: Es herrscht ein positiver Zusammenhang zwischen freiwilligen CO2-Kompensationen und anderen Klimaschutzaktivitäten vor. Menschen, die schon einmal durch sie verursachte CO2-Emissionen kompensiert haben, neigen demnach auch in anderen Bereichen zu einem klimafreundlicheren Konsumverhalten.

Positives Fazit

Dies spricht also gegen die Befürchtung, dass sich Menschen, nachdem sie ihr Gewissen durch einen gekauften Ablassbrief beruhigt haben, gehen lassen und letztlich für mehr CO2-Emissionen sorgen. Unterm Strich kommen die Forscher zu einem positiven Fazit: „CO2-Offsetting ist definitiv kein Ablasshandel, sondern ermöglicht den Ausgleich von schwer vermeidbaren Emissionen, was insgesamt zu mehr Klimaschutz führen sollte", so Andreas Ziegler von der Universität Kassel

Den Ergebnissen zufolge stehen viele Menschen dem Konzept auch durchaus offen gegenüber: "Rund ein Drittel der Amerikaner und Deutschen können sich in Zukunft die Durchführung von Kompensationszahlungen vorstellen", sagt Ziegler. Allerdings bestehe in beiden Ländern noch eine große Unsicherheit und Unkenntnis über die Durchführung und die tatsächliche Klimawirksamkeit solcher Maßnahmen: "Während der Kauf eines energiesparenden Produktes dem Konsumenten direkte finanzielle Vorteile bringen kann, sind die Auswirkungen von Kompensationszahlungen nicht unmittelbar für den Einzelnen sichtbar", so Ziegler. Zur Etablierung von CO2-Kompensationen als zusätzlicher Alternative für den Klimaschutz seien daher Informationen über deren Mechanismus und deren Umweltwirkung besonders wichtig, meint der Kasseler Volkswirtschaftler.

Quelle: Mitteilung der Universität Kassel

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Martin Vieweg
Autor: Martin Vieweg
Datum: 12.05.2015
Kategorien: Menschen / Umwelt
Kommentare: 0
Schlagworte: Umweltaktion / Klimawandel / Klimaschutz

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