Zwischenruf von Peter Laufmann

Unter die Erde!

Nicht nur Bankräuber wühlen sich durch das Erdreich. Eine ganze Reihe von Tieren hat ebenfalls ein Leben im Untergrund gewählt. Unser Redakteur Peter Laufmann über Leben im Dunkeln.

muecke_klein.jpgHie und da spielen sich unter der Oberfläche die spannendsten Geschichten ab. In Berlin hat eine Gruppe Einbrecher einen spektakulären Coup gelandet: 45 Meter hatten sich die Gangster durch die Erde gewühlt, und Schließfächer einer Bank ausgeraubt. So professionell das Ganze war – der Mensch ist nicht unbedingt für den Untergrund gemacht. Weder kann er gut graben noch sich im Dunkeln orientieren.

Viele Tiere haben da eher die Nase vorn: Klar, Regenwürmer sind die ersten, die einem einfallen. 100 Meter beträgt die Ganglänge, die sie in einem Kubikmeter Erde buddeln. Als nächstes: Der Maulwurf. Bis zu sieben Meter wühlt er sich in einer Stunde durchs Erdreich. Aber es gibt auch Arten, von denen denkt man nicht unbedingt, dass sie Tiefbau-Spezialisten sind: Der Kongo-Lungenfisch etwa. Der gräbt sich in Uferböschungen einen Gang, in dem er seinen Nachwuchs behütet. Er baut sogar einen Abzug nach draußen, um was zum Atmen zu haben.

Auf klassische Kinderstuben setzen auch die Eisvögel nicht. Ihre Jungen erblicken das Licht der Welt zunächst nur per Tunnelblick, denn die kleinen, bunten Vögel hacken sich mit ihrem Schnabel bis zu einen Meter lange Röhren in Uferböschungen.

Im Verborgenen gibt es also viele interessante Dinge zu sehen. Da hausen diverse Arten, die zwar im Dunkeln sind, aber eigentlich ins Rampenlicht gehören. Der Verband der deutschen Höhlen- und Karstforscher e.V hat sich zur Aufgabe gemacht, regelmäßig solch eine Tierart zu beleuchten. 2013 ist es die Höhlenpilzmücke.

Wer das unauffällige Tier sehen will, muss schon hingucken. Das gilt für viele der Höhlen- und Untergrundbewohner: Sie scheuen die Aufmerksamkeit. Und da haben sie wenigstens etwas mit den Bankräubern gemeinsam.

 

PS: Der Osnabrücker Zoo hat den Spezialisten übrigens eine ganze Abteilung gewidmet. Mehr als 60 Arten tummeln sich dort. Hier geht's zum Link.

Foto: Klaus Bogon (www.bogon-naturfoto.de)

Keine Kommentare
Diesen Artikel kommentieren

Informationen zum Artikel

Peter Laufmann
Datum: 23.01.2013
Kategorien: Menschen / Natur
Kommentare: 0
Schlagworte: Höhlentier / Bankräuber

Folgen Sie natur.de