Globale Einflüsse auf die Abholzung des Regenwalds

Wir Waldvernichter

Länder wie Brasilien, Indonesien und Papua-Neuguinea holzen große Flächen Regenwald ab, um dort Soja, Palmöl und anderes anzubauen. Die Verantwortung dafür tragen allerdings auch andere, die diese Waren importieren. Eine Studie beziffert jetzt den Zusammenhang zwischen abgeholztem Regenwald und exportierten Waren.

Abholzung des Regenwalds

Fleisch, Soja, Palmöl und Holzprodukte – allein diese vier Waren sind für gut ein Drittel der abgeholzten Regenwaldfläche verantwortlich. Für ihren Anbau wurden allein im Jahr 2009 etwa 39.000 Quadratkilometer Regenwald abgeholzt. Das entspricht etwas weniger als der Fläche der Niederlande. Den CO2-Ausstoß, der damit in Verbindung steht, beziffern die Forscher auf 1,7 Gigatonnen. Das ist mehr als das Doppelte des CO2-Ausstoßes in ganz Deutschland im entsprechenden Jahr.

Export in die EU

Die Abnehmer für diese Waren sitzen allerdings zum großen Teil nicht dort, wo der Regenwald abgeholzt wird, sondern im Rest der Welt. Zwar sind die produzierenden Länder – allen voran Brasilien – immer noch für den größten Teil der abgeholzten Fläche verantwortlich, gleich danach folgen jedoch China und die EU. Sie sind die größten Abnehmer für Waren, die zur Abholzung des Regenwalds beitragen. Auch Indien und das übrige Asien spielen eine große Rolle. Ironischerweise geht dabei der hohe Import von Palmöl auch darauf zurück, dass die EU verstärkt auf nachwachsenden Brennstoff setzt – um den Erdöl-Verbrauch sowie den CO2-Ausstoß zu verringern.

Die Karte zeigte Export und Import

Die Karte zeigt den weltweiten Export und Import von Soja, Palmöl, Fleisch und Holzprodukten.

Insgesamt lässt sich rund ein Drittel der abgeholzten Fläche Waren zuschreiben, die exportiert werden. „Der Trend ist klar, die Ursachen der Abholzung sind globalisiert und kommerzialisiert worden", sagt Martin Persson, einer der Autoren der Studie. So verkauft zum Beispiel Papua-Neuguinea sowohl sein komplettes Palmöl als auch all seine Holzprodukte ins Ausland. Soja wird in Argentinien und Paraguay ebenfalls zu 100 Prozent exportiert. Und von in Paraguay produziertem Fleisch gehen immerhin 48 Prozent ins Ausland.

Fleisch hat den größten Effekt

Am stärksten wird der Waldverlust der Studie zufolge durch die Fleischproduktion vorangetrieben. Beinahe die Hälfte der CO2-Emissionen und zwei Drittel der abgeholzten Fläche lassen sich darauf zurückführen. Fleisch – das ohnehin für seine schlechte CO2-Bilanz bekannt ist – beeinflusst das Klima also noch gravierender, wenn man die dafür abgeholzte Fläche Regenwald und die damit verbundenen Klimafolgen mit in Betracht zieht.

Dass jeder die Abholzung des Regenwalds beeinflusst, lässt sich aber auch positiv sehen: „Heute hat jeder Konsument, ob als Privatperson oder Unternehmen, die Chance etwas zum Schutz des Regenwalds beizutragen", sagt Martin Persson, „indem er Unternehmen für die Klimaeffekte ihrer Produkte zur Rechenschaft zieht."

Quelle: Center for Global Development

Bild: fotolia.de/guentermanaus (Titelbild), Center for Global Development (Karte)

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Informationen zum Artikel

Henrike Wiemker
Datum: 23.10.2014
Kategorien: Menschen / Umwelt
Kommentare: 0
Schlagworte: Regenwald / Abholzung / Welthandel

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