Mitmachaktion "Stunde der Wintervögel"

Zähle deine gefiederten Besucher!

"Zwei Rotkehlchen... eine Blaumeise und da ist ja ein Stieglitz!" Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) ruft Naturfreunde auf, Vögel im heimischen Umfeld eine Stunde lang zu zählen und dann online zu melden, um Bestandsentwicklungen in der winterlichen Vogelwelt untersuchen zu können.

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Der Stieglitz hat besondere Aufmerksamkeit verdient. (Foto: Andreas Hartl)

Das Konzept hat sich bewährt: Zum sechsten Mal ist nun wieder bundesweites Vogelzählen angesagt - der NABU und sein bayerischer Partner Landesbund für Vogelschutz (LBV) starten erneut ihre Mitmachaktion "Stunde der Wintervögel". Vom 8. bis 10. Januar 2016 kann jeder Vogelliebhaber den gefiederten Besuchern an Futterhäuschen, im Garten, auf dem Balkon oder im Park eine aufmerksame Stunde schenken. Ziel ist es, im Jahresvergleich Bestandszu- oder -abnahmen feststellen zu können.

Wie wirkt sich der warme Winter aus?

Dieses Jahr besitzt dabei einen besonders interessanten Aspekt: Es stellt sich die Frage, ob das bisher sehr milde Winterwetter Zugvögel wie Hausrotschwanz oder Zilpzalp vermehrt zur Überwinterung in Deutschland verleitet hat. "Andererseits kann der jüngste Kaltlufteinbruch im Osten Deutschlands oder intensives Silvesterfeuerwerk viele Vögel noch einmal zum Ortswechsel gezwungen haben, so dass manche Vogelfreunde nun vielleicht andere Vögel als noch im alten Jahr in ihren Gärten antreffen werden", sagt NABU-Vogelschutzexperte Lars Lachmann.

Wie geht es dem Vogel des Jahres 2016?

Ein heimischer Vogel steht in diesem Jahr besonders im Fokus des Interesses: der Stieglitz. Die bunte Finkenart wurde zum Vogel des Jahres 2016 ausgerufen. Sein Bestand nimmt deutschlandweit ab – wie stark, könnten die Ergebnisse der Aktion dokumentieren. "Bisher liegt die Art mit durchschnittlich 0,35 gezählten Vögeln pro Garten auf Rang 22 der häufigsten Wintervögel", so Lachmann. Im Jahr des Stieglitz fordern NABU und LBV alle Bürger auf, gezielt samenreiche Wildblumen anzupflanzen, die der Stieglitz schätzt. Die nächste Stunde der Wintervögel könnte dann Aufschluss darüber geben, ob diese Maßnahmen zu höheren Stieglitzbeständen geführt haben, so die Hoffnung.

Wie die Vogelzählung funktioniert

Wer mitmachen will, muss keinen Kurs besuchen, betont der NABU: Das pure Interesse und die Freude an der Vogelwelt reichen zur Teilnahme aus. Konkret: Von einem ruhigen Beobachtungsplätzchen aus soll von jeder entdeckten Art einfach die höchste Individuenzahl notiert werden, die im Laufe einer Stunde angeflattert kommt. Die Beobachtungsergebnisse können dann im Internet unter www.stundederwintervoegel.de bis zum 18. Januar gemeldet werden. Die gesammelten Ergebnisse werden dann von Experten ausgewertet. Wer Fragen zur Aktion hat, bekommt am 9. und 10. Januar jeweils von 10 bis 18 Uhr unter der kostenlosen Rufnummer 0800-1157-115 Rat.

Bei der letzten Vogelzählung im Januar 2015 beteiligten sich über 77.000 Menschen. Mehr als zwei Millionen Vögel aus über 53.000 Gärten wurden gemeldet. Auch 2016 hoffen die Veranstalter wieder auf eine rege Beteiligung, denn je größer die Teilnehmerzahl ist, desto wertvoller werden die Ergebnisse. Neben der wissenschaftlichen Datenerhebung wollen die Veranstalter durch die Aktion aber auch mehr Aufmerksamkeit für die Natur vor der Haustür erzeugen und Menschen zur naturnahen Gestaltung von Gärten zu motivieren.

Diesem Ziel ist zusätzlich die Aktion "Schulstunde der Wintervögel" gewidmet: Vom 11. bis 15. Januar wird auf www.NAJU.de/SdW für jeden Tag eine Aktionsidee für Kindergruppen und Schulklassen angeboten. Die dabei gesammelten Daten sollen dann ebenfalls in die Auswertungen zum Vogelbestand einfließen.

Quelle: NABU

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Informationen zum Artikel

Martin Vieweg
Autor: Martin Vieweg
Datum: 07.01.2016
Kategorien: Veranstaltungen / Natur
Kommentare: 0
Schlagworte: Vogelbeobachtung / Wildtiere / Aktion

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