Die Chance in der Krise steckt im Umdenken
Ein Rückblick auf das Symposium "Wie macht man gutes Geld" der Vermögensakademie
"Probleme kann man nie mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind". Dieses Zitat Albert Einsteins spiegelt den Geist des Symposiums der Vermögensakademie, das am 4. und 5. November in Berlin stattgefunden hat, wider.
Der Weg, der in die momentane Krise geführt hat, kann nicht einfach weitergegangen werden. Neue Wege, Ideen und Visionen sind notwendig - praktische Leitlinien, feste Straßen, markierte Pfade. Diese aus der Krise führenden, erfolgversprechenden Wege, sind aber ohne Umdenken und Paradigmenwechsel nicht möglich. Hierzu wurden wichtige Impulse interdisziplinär erarbeitet.
(v.l.n.r.)Dieter Härthe, Dr. Claudio Weiss, Prof. Dr. Dr. Gunnar Heinsohn, und Jörg Schallehn, Gründer der Vermögensakademie, bei der Verleihung des Ehrenpreises für innovative wissenschaftliche Arbeit zur Grundlage nachhaltigen Wirtschaftens an Prof. Heinsohn.
Unternehmer, Selbstständige und verantwortungsbewusste Entscheidungsträger aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Kultur, haben sich mit der Frage "Wie macht man Gutes Geld" beschäftigt und haben Lösungen zu einem anderen, ökologischen und humanverträglichen Handeln in der Wirtschaft erörtert und dabei das Verhältnis von Macht, Ethik und Geld unter die Lupe genommen.
Die zentralen Ergebnisse, die während des Symposiums erarbeitet wurden, liefern einen Handlungsrahmen für diejenigen, die sich dem Sog der Krise nicht überlassen, sondern aktiv eine öko-humane Marktwirtschaft gestalten wollen.
1. Die zentralen Begriffe 'Geld' und 'Vermögen' müssen neu definiert werden.
Veraltete und nicht mehr funktionierende Denkmuster unsere Wirtschaft müssen durchbrochen werden. "Geld kann nur dadurch entstehen kann, dass Eigentum belastet wird", so Prof. Dr. Dr. Gunnar Heinsohn. Der von den Zentralbanken festgesetzte Nullzins untergräbt Eigentum, und lässt es an Wert verlieren. Vermögen impliziert gesellschaftliche Verantwortung und ist damit mehr als bloßer materieller Reichtum. Vermögenskultur bedeutet, so Prof. Dr. Thomas Druyen, Vermögen zum Nutzen aller wirksam zu machen.
2. Menschen dürfen durch ein Wirtschaftsystem nicht entwertet werden.
Dr. Heiner Geißler fordert: "Geld muss dem Menschen dienen". Wenn Menschen nur auf Kostenstellen reduziert werden, geht ihre Menschenwürde verloren. Nach Daniel Goeudevert dominieren zur Zeit drei vorwiegend in der amerikanischen Kultur gepflegten Zwangsbilder unsere Wirtschaft. Erstens: Geld ist das Maß aller Dinge, zweitens: Ungleichheiten müssen nicht bekämpft werden und drittens: die Kommunikation heiligt die Mittel. Er warnte: "Eine Weltwirtschaft, die nach diesen Prinzipien verfährt, wird die derzeitigen Probleme verschärfen".
3. " Es geschieht nichts Gutes, außer man tut es."
Während des Symposiums haben gestandene öko-humane Unternehmer gezeigt, dass es möglich ist, materielles und menschliches Vermögen verantwortlich einzusetzen und dabei wirtschaftlich erfolgreich zu sein. Macht heißt: Einfluss nehmen und etwas bewirken. Es braucht also Unternehmer, die auch weiter mutig voran gehen und sich Maximen widersetzen, von denen sie schon längst wissen, dass sie falsch sind. Macht steht also, verantwortlich ausgeführt, im Einklang mit gesellschaftlichen Notwendigkeiten. Und sie fordert eine ständige Auseinandersetzung mit dem eigenen Denken und Handeln.
Jörg Schallehn fasst zusammen: "Alle, die gestern öko-human, richtig und gut handelten und dabei oft belächelt worden sind, sollten sich zusammen tun und ein heilsames Gegengewicht zum bisher üblichen Trott bilden. Bei den Entscheidungsträgern gibt es diejenigen, die es nicht besser wussten, und deshalb glaubten, richtig und gut zu handeln. Wenige gehören zu den Gewissenlosen, die es besser wissen, jedoch zum eigenen Nutzen Menschen ausbeuten. Diese gehören zur Rechenschaft gezogen. Diejenigen, die bisher gegen den Mainstream geschwommen sind, können und müssen nun die Verantwortung für anderes, besseres Handeln übernehmen."
Die Marktwirtschaft muss sich selbst reflektieren und neu bestimmen, um die enormen sozialen Herausforderungen weltweit zu bewältigen. Prof. Dr. Dr. Gerald Hüther, Neurobiologe und Hirnforscher, rüttelte am derzeitigen Verständnis menschlichen Vermögens, indem er aufzeigte, dass unser Gehirn 'programmiert' wird, auf eine gewisse Art und Weise zu funktionieren, und dass zum Durchbrechen dieser Muster eine tiefgreifende persönliche Neuorientierung notwendig ist.
Die Mitwirkenden des Symposiums und der Vermögensakademie haben sich entschieden, einen Beitrag zu leisten, daß alte Denkmuster aufgeben werden, um den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Wandel aktiv zu betreiben und zu gestalten.
Weitere Eindrücke vom Symposium finden Sie auf
www.die-welt-des-vermoegens.de