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Willkommen Wolf in NRW
Naturschützer fordern einen Managementplan für den Heimkehrer.
Die Erfolgsstory vom Wolf bekommt ein neues Kapitel. Die Anhaltspunkte verdichten sich, dass er im äußersten Osten Nordrhein-Westfalens häufiger zu Besuch erscheint. So wird ein bereits Ende letzten Jahres im Kreis Höxter gerissenes Schaf als Wolfsverdachtsfall gehandelt. Die am Fundort genommenen Haarproben werden zurzeit noch untersucht. Unabhängig davon, ob dieser konkrete Fall nun tatsächlich dem Wolf zuzurechnen ist, ist eine Einwanderung und eine spätere Ansiedlung des Wildtieres nach Nordrhein-Westfalen nur eine Frage der Zeit. Der Naturschutzbund NABU erwartet vom Land daher dringend die sofortige aktive Vorbereitung auf die mögliche Rückkehr des Wolfes nach NRW. "Vom nordhessischen Reinhardswald nach NRW sind es gerade einmal 20 km, das ist für den Wolf nur ein Katzensprung", Birgit Beckers, stellvertretende Vorsitzende des NABU NRW und Großtierexpertin.
In diesem Zusammenhang begrüßt der NABU die vom Umweltministerium und dem Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz geplante Einrichtung einer Arbeitsgruppe "Wolf in NRW", in der Vertreter der Jagd, Nutztierhalter, Säugetierkundler, Naturschutzverbände und Behörden gemeinsam einen Wolfsmanagementplan für NRW erarbeiten wollen. Der NABU mahnt jedoch zügigere Aktivitäten an. "Bereits jetzt ist es notwendig, gezielt nach Hinweisen auf Wölfe im äußersten Osten von NRW zu suchen, die betroffenen Schäfer zu betreuen und Naturschützer und Jäger zu informieren", erklärt Beckers. Zudem müsse das Land nun schnellstmöglich einen Plan vorlegen, der das Zusammenleben von Mensch und Wolf dauerhaft regelt. Denn das Wildtier sei eine Bereicherung unserer Naturräume, das eine Chance verdiene, hier wieder dauerhaft heimisch zu werden.
Nacheinander seien Wölfe in Sachsen, Brandenburg, Bayern, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein, Niedersachsen und zuletzt in Hessen aufgetaucht. "Wölfe haben einen großen Aktionsradi-us. Spätestens jetzt müsse der Landesregierung klar werden, wie dringend notwendig ein mit Nieder-sachsen und Hessen abgestimmtes Wolfsmanagement ist, um ein konfliktarmes Nebeneinander von Mensch und Wolf zu erreichen", so Beckers weiter. Die fachlichen Grundlagen seien seit langem bekannt und Niedersachsen habe gute Vorarbeit geleistet, davon könne NRW jetzt profitieren.
Im Rahmen eines solchen Wolfsmanagements sei unter anderem die Schulung einzelner Wolfsexperten erforderlich, die Wolfsspuren erkennen könnten und in der Lage sein sollten, vom Wolf gerissene Tiere zu dokumentieren. Sollte sich herausstellen, dass ein Wolf über längere Zeit im gleichen Gebiet verweilt, sind Maßnahmen im Herdenschutz und die Information der Bevölkerung wichtig. Auch im Gebiet der Deutschen Märchenstraße brauche niemand Angst vorm Wolf zu haben, betont der NABU. Rotkäppchen sei ein Märchen aus vergangener Zeit, das nicht das Verhalten eines frei lebenden Wolfes widerspiegeln würde. Deshalb könne sich jeder glücklich schätzen, der einmal einen Wolf in der Natur zu sehen bekäme.
Bild: NABU/H. Pollin
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Quelle: | natur+kosmos, Redaktion | | 21.01.2010 |
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