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natur+kosmos
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Gute Nachricht vom Amazonas!
Brasilien kann im Jahre 2009 die niedrigste Abholzungrate seit 20 Jahren verzeichnen.
Die gute Nachricht gab Präsident Luiz Inácio Lula da Silva bekannt. Die neuen Daten, die auf den Auswertungen von Satellitenbildern der Brasilianischen Weltraumbehörde INPE (Instituto Nacional de Pesquisas Espaciais) beruhen, zeigen, dass in Brasilien in den letzten zwölf Monaten circa 7000 Quadratkilometer Wald gerodet wurden. Das sind knapp halb so viel wie im Vorjahr und nur ein Viertel des historischen Höchststands von 1995 (29000 Quadratkilometer). Somit ist es der niedrigste Wert seit 1988, als der Staat begann, die Entwaldung zu überwachen.
Dem Umweltministerium zufolge ist der Rückgang der Entwaldung hauptsächlich auf den Aktionsplan zur Kontrolle und Verhinderung der Entwaldung im Amazonas zurückzuführen. Dabei handelt es sich um eine Reihe regierungsübergreifender Richtlinien und Maßnahmen, die im Jahre 2004 lanciert wurden, um die Überwachung zu verbessern, Durchsetzungsmaßnahmen zu verstärken, Schutzgebiete festzulegen und nachhaltiges Wirtschaften in der Region zu fördern.
So wurden im Zeitraum zwischen August 2008 und Juli 2009 230000 Kubikmeter Holz, 414 Lastwagen und Traktoren sowie 502000 Hektar Land in Verbindung mit illegaler Entwaldungstätigkeit in der Region beschlagnahmt, und der Staat verhängte Geldstrafen in Höhe von über 2,8 Mrd. BRL (1,6 Mrd. Dollar) verhängt.
Darüber hinaus wurden zwischen den Jahren 2004 und 2008 neue Schutzgebiete von zirka 50 Millionen Hektar Land geschaffen und im gleichen Zeitraum weitere 10 Millionen Hektar den Ureinwohnern zugesprochen. Heute stehen 43 Prozent des Rechtsgebiets des Amazonas unter bundesstaatlichem Schutz.
Die Regierung rief des Weiteren ein Konzessionsverfahren für nachhaltiges Wirtschaften in öffentlichen Waldgebieten ins Leben. Die ersten Konzessionen wurden im August 2008 an drei Privatunternehmen erteilt, die jetzt auf 96.000 ha des öffentlichen Waldgebietes Jamari im Bundesstaat Rondonia nachhaltige Holzwirtschaft betreiben können. "Das sind äußerst ermutigende Nachrichten für die Umwelt, die Menschen vor Ort und nicht zuletzt für das Weltklima", so Roberto Maldonado, Amazonasexperte und Projektkoordinator des WWF Deutschland für die Region. "Natürlich ist die Entwaldung des Amazonas noch immer dramatisch, aber die neusten Zahlen können ein Meilenstein bei der Rettung des Amazonas sein".
Die aktuellen Zahlen weisen aus Sicht des WWF kurz vor Beginn der Klimakonferenz in Kopenhagen darauf hin, welch große Rolle Walderhalt beim Klimaschutz spielt. "Die großen Waldnationen wie Brasilien müssen für ihre Bemühungen und den Erhalt ihrer Wälder entschädigt werden, da dadurch große Mengen CO2 eingespart werden", so Guénola Kahlert, Expertin für Wald und Klima beim WWF. "Deswegen muss in Kopenhagen die Grundlage für einen Finanzierungsmechanismus gelegt werden, bei dem die Industrienationen den großen Waldnationen helfen, eine wirtschaftliche Entwicklung ohne Waldzerstörung voranzutreiben."
Bild: Da jubelt der Brüllaffe, es wurde weniger Wald abgeholzt. (Fotolia)
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Quelle: | natur+kosmos, Redaktion | | 19.11.2009 |
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