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natur+kosmos
das Magazin für Natur, Umwelt, nachhaltiges Leben
Wahre Liebe
Die Primatenforscherin Jane Goodall ist eine lebende Legende. Jetzt kommt ein Film über ihr Leben, ihre Forschung und ihr Engagement für die Natur in die Kinos. Wir sprachen mit der charmanten Lady über die Liebe, den Hass und die Seele der Schimpansen.
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Zwei, die zeigen, wo's langgeht
Susanne Fischer-Rizzi und Jon Young
Sie sind Kollegen, sie sind befreundet, und sie haben ein gemeinsames Ziel: Die Welt soll wieder wilder werden, und die Menschen auch - oder wenigstens naturverbundener. Susanne Fischer-Rizzi aus dem Allgäu entführt ihre Schüler in das Reich der Heilpflanzen, Jon Young aus Kalifornien schickt seine auf die Fährten wilder Tiere.
Die Kräuterfrau
Hinter Susanne Fischer-Rizzi rauscht die Iller. Vor ihr, im trockenen Kiesbett des Flusses, bemüht sich ein Lehrer vergeblich, seine zwanzig Sechstklässler zum Schweigen zu bringen. Aus einem Handy dröhnt Hip Hop und alle schwatzen durcheinander. "Ich hoffe, wir kriegen es hin, dass sie Ihnen eine halbe Stunde Aufmerksamkeit schenken", raunt der Pädagoge und zuckt mit den Achseln.
Susanne Fischer-Rizzi klatscht in die Hände. "Kommt her, ich will euch eine Geschichte erzählen", ruft sie - nicht laut, aber bestimmt. Widerwillig bilden die Kinder einen Halbkreis. Das Handy lärmt weiter. Unbeirrt legt die erfahrene Kursleiterin los. Erzählt von zwei Jungs, die im Norden Kanadas mit dem Hundeschlitten unterwegs sind. Weil ein Sturm aufkommt, wählen sie die Abkürzung über den See. Doch die entpuppt sich als Falle. Das Eis bricht. Ihr Schlitten kracht ins Wasser. Zwei Hunde ertrinken. Mit Müh und Not schleppen sich die Freunde ans Ufer, triefend und starr vor Kälte.
Kein Hip Hop mehr. Die Kinder starren die Frau im grünen Kleid gespannt an. "Worauf wartet ihr?", ruft sie. "Wir brauchen ein Feuer, schnell, sonst sterben sie!" Eilig kramt sie in ihrem Weidenkorb und verteilt Feuersteine, Schlageisen und Zunderpilz-Stücke. Die Kinder gucken ratlos. Susanne Fischer-Rizzi nimmt einen Feuerstein zur Hand und klemmt mit dem Daumen einen Zunderpilz-Lappen darunter. Mit der anderen schlägt sie das Eisen auf den Stein. Die Funken sprühen, und nach wenigen Schlägen fängt sich ein Funke im Zunder. "So haben eure Vorfahren Feuer gemacht, und ihr könnt das auch", sagt sie.
Als Susanne Fischer-Rizzi selbst ein kleines Mädchen war, zog sie oft mit ihrem Großvater los. Der verdiente tagsüber sein Geld als Kaufmann, abends aber und am Wochenende verwandelte er sich in ein Kräutermännlein. Er sammelte Pflanzen, um daraus Tees, Salben und Tinkturen zuzubereiten. "Mein Opa hat mir die Tür zur Welt der Heilpflanzen aufgestoßen", erzählt sie. Und er schenkte ihr, als sie zwölf war, das erste Kräuterbuch. Noch heute hat es einen Ehrenplatz im Bücherregal.
Bis Susanne Fischer-Rizzi ihr erstes eigenes Buch veröffentlichte, sollten allerdings noch viele Jahre ins Land gehen. Im Juli 1971, am Tag nach ihrem Abiturball, reckte sie erst einmal den Daumen in den Wind - am Autobahnkreuz Böblingen - und gelangte per Anhalter und zu Fuß bis nach Indien, Nepal und Kambodscha ...
STEFFEN SOMMER
(Weiter lesen können Sie in der November-Ausgabe von natur+kosmsos.)
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Quelle: | natur+kosmos, Redaktion | | 16.10.2009 |
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